Bereit zum Abheben

So arbeiten Fluggeräteelektroniker

Ihr Arbeitsplatz ist ein Flugzeug, Jet oder Hubschrauber: Fluggerätelektroniker kümmern sich darum, dass die darin verbaute Technik läuft. Das ist viel Verantwortung. Die trägt man aber nicht allein.

Überprüfung
Ein Fluggerät-Elektroniker überprüft in der Lufthansa-Werft am Frankfurter Flughafen Kabelstränge im «Herz» einer Boeing.
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn). Ein Flugzeug hebt nur ab, wenn der Bordcomputer und das Triebwerk angehen. Überhaupt ist in einem Flugzeug mehr Elektronik versteckt, als man auf dem ersten Blick vermuten könnte – in den Sitzen zum Beispiel.

Wartungs- und Reparaturarbeiten
Während der Wartungs- und Reparaturarbeiten bleiben die Sicherungen im Cockpit aus und werden mit Warnhinweisen versehen.
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Die Baugruppen, Geräte und Systeme zu installieren, zu checken und instandzuhalten, ist Aufgabe von Fluggerätelektronikern und -elektronikerinnen wie Mareike Stankewitz. Die 29-Jährige hat 2012 ihre Ausbildung bei Lufthansa Technik abgeschlossen und bildet mittlerweile selbst aus.

Fehlerbericht des Cockpits
So sieht der Fehlerbericht des Cockpits aus: Fluggeräteelektroniker lernen in ihrer 3,5-jährigen Ausbildung, ihn richtig zu lesen.
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Im Job-Protokoll erzählt sie, was sie an Flugzeugen fasziniert, wieso Team-Play in ihrem Job so wichtig ist und warum manchmal auch das Filmegucken zur Arbeit gehört.

Der Arbeitsplatz
Ihr Arbeitsplatz der Fluggeräteelektroniker ist das Flugzeug, der Hubschrauber oder der Jet.
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Der Weg in den Job:

Mareike Stankewitz
Mareike Stankewitz ist Ausbilderin für Fluggerätelektroniker bei der Lufthansa Technik AG.
Foto: Markus Scholz/dpa-tmn

Ich habe vor meiner Ausbildung zur Fluggeräteelektronikerin ein Praktikum bei Lufthansa Technik gemacht. Darüber bin ich erst auf den Beruf aufmerksam geworden. Zuvor hatte ich gar nichts mit Flugzeugen zu tun.

Fluggeräteelektroniker tragen viel Verantwortung
Sie kümmern sich zum Beispiel um den Check des Main Equipment Centers, wo viele der elektronischen Signale der Maschine zusammenlaufen.
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Aber schon in der Schule hat mir Elektrotechnik sehr viel Spaß gemacht. Deshalb habe ich mich auf den Ausbildungsplatz beworben und bin direkt nach der Realschule dort eingestiegen. Als Fortbewegungsmittel finde ich das Flugzeug mit am interessantesten, wegen des Zusammenspiels von Physik und Flugzeugbau.

Für jede Aufgabe gibt es einen eigenen Schaltplan
Fluggeräteelektroniker überprüfen zum Beispiel die Reverser, die nach der Landung den Luftstrom zum Bremsen nach vorne lenken.
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Als Ausbilderin arbeite ich nun nicht mehr aktiv am Flugzeug. Ich gebe unterschiedliche Lehrgänge und vermittle theoretische Inhalte an praktischen Beispielen.

Fluggeräteelektroniker
Wer sich für Elektrotechnik und Flugzeuge interessiert, ist hier richtig.
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Die Aufgaben:

Ruhige Hand
Als Fluggeräteelektroniker braucht es eine ruhige Hand: Hier wird in der Kabine einer Maschine ein Kabel unter einem Waschbecken geprüft.
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Jede Aufgabe ist erst einmal anders. Grundsätzlich kann man sagen, dass es zu jeder Aufgabe einen Schaltplan gibt. Anhand dieses Schaltplans muss man Leitungen und Kabel verlegen und natürlich auch anschließen. Dann wird das System, was man verlegt hat, getestet.

Alles akribisch überprüfen
Vom Lautstärkeregler des Entertainmentsystems bis zum Schalter der Kücheneinheit: Fluggeräteelektroniker müssen alles akribisch überprüfen.
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Am schönsten war für mich immer der Inflight-Entertainment-Check. Bei den Großraummaschinen ist ein Inflight-Entertainment-System eingebaut. Wenn daran etwas verändert wird, müssen wir das überprüfen. Es ist nett, sich auf einen Sitz zu setzen und einen Film zu starten und zu gucken, ob alles funktioniert, zum Beispiel die Lautstärkeregelung und das Vor- und Zurückspulen.

Viel Elektronik
In einem Flugzeug versteckt sich mehr Elektronik als Laien auf den ersten Blick vermuten könnten.
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Die Herausforderungen:

Im Cockpit
Auch im Cockpit kennen sich Fluggeräteelektroniker bestens aus: Hier kann zum Beispiel mit der Kontroll-Station gesprochen werden.
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Wir müssen unsere Arbeitsabläufe sehr gut planen und mit anderen Gewerken absprechen. Wenn das Flugzeug etwa in der Halle zum Check ist, gibt es einen Liegezeitenplan. Nach diesem Plan müssen bestimmte Aufgaben erledigt werden. Erst müssen zum Beispiel die Kabel verlegt sein, bevor die Kabine wieder zusammengebaut wird. Da muss man als Fluggerätelektroniker zusehen, dass man seine Arbeiten abgeschlossen hat, bevor man von einem anderen Gewerk zugebaut wird.

In der Lufthansa-Werft
Ein Fluggeräteelektroniker steht in der Lufthansa-Werft am Frankfurter Flughafen an einem Computer, der Arbeitsanweisungen anzeigt.
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Außerdem ist es wichtig, dass man sich jeden Tag der Verantwortung stellt. Jeden Morgen steht man auf und weiß, dass man heute für sein und für viele andere Leben verantwortlich ist. Trotzdem glaube ich, dass man sich davon nicht einschränken lassen sollte. Man trägt die Verantwortung nie allein. Gerade wichtige Arbeiten, die zum Beispiel mit der Flugsteuerung zu tun haben, werden immer mit einer Doppelkontrolle abgenommen.

Gute und weniger gute Seiten:

An dem Beruf machen mir die vielfältigen Arbeiten Spaß. Ich bin ein Mensch, der viele unterschiedliche Aufgaben braucht. Wenn man ein Einzelgänger oder eine hibbelige Person ist, wird es schwierig. Wir arbeiten viel im Team. Das kann aus fünf Leuten bestehen, aber auch aus 35 bis 55 Leuten.

Außerdem muss man ruhig, konzentriert und fokussiert sein. Ehrlichkeit ist auch sehr wichtig. Wenn man nicht weiterkommt, sollte man seine Sache nicht einfach irgendwie machen, sondern sich Hilfe bei Kollegen holen.

Ein Nachteil ist vielleicht der Schichtdienst. Als Fluggerätelektroniker arbeiten wir im Dreischichtmodell. Das bedeutet Früh-, Spät- und Nachtschicht. Damit muss man umgehen können.

© dpa-infocom, dpa:210906-99-112948/2

Berufsbild bei Berufenet

Berufsbild beim BMWI

Berufsbild bei Ausbildung-me.de

Entgeltatlas

Vergütung und Aussichten

Auszubildende Fluggeräteelektroniker bekommen unterschiedlich viel Geld, je nach Unternehmen und Bundesland. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit liegt die Vergütung für Azubis im ersten Lehrjahr in tarifgebundenen Betrieben bei um die 1000 Euro brutto pro Monat. Im letzten Jahr der Ausbildung können es 1200 Euro sein.

Nach der Ausbildung kann das Einstiegsgehalt bei etwa 3000 Euro brutto und mehr im Monat liegen. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das mittlere Monatseinkommen für Fluggeräteelektroniker bei knapp 3500 Euro brutto.