Archivierter Artikel vom 30.11.2011, 10:40 Uhr

Skirennfahrer intervenieren – Damenrennen abgesagt

Beaver Creek (dpa). Im Ringen um mehr Sicherheit im alpinen Skirennsport haben die Athleten ihre Position gestärkt und erstmals ihr neues Mitspracherecht durchgesetzt.

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Absage
Es sieht nicht so aus, aber in Val d'Isere herrscht Schneemangel.
Foto: Christophe Karaba – DPA

Auf Intervention von Lokalmatador Bode Miller wurde das Abfahrtstraining in Beaver Creek abgesagt. Unterdessen beschert der Schneemangel in Europa dem alpinen Ski-Weltcup ein längeres Gastspiel in Nordamerika.

In den USA bemängelte der viermalige Weltmeister Miller bei bestem Wetter eine aus seiner Sicht gefährliche Passage. Im Sommer hatten die Athleten einen größeren Einfluss auf die Pistenpräparierung verlangt. In dieser Saison dürfen sie erstmals einen Vertreter in der Rennjury benennen.

Für sein Engagement erhielt Miller überwiegend Lob. «Er hat das sehr professionell erledigt und Renndirektor Günter Hujara die Bedenken der Läufer vorgetragen», sagte Österreichs Herren-Cheftrainer Mathias Berthold, «ich finde es gut, dass wir jetzt von den Athleten ein Backup bekommen.»

Seit diesem Winter hört die Rennjury die Meinung eines Vertreters an. «Die Athleten haben immer darauf hingewirkt, mehr Einfluss zu haben. Das hat sich jetzt in dieser Funktion manifestiert. Jetzt müssen alle lernen, damit umzugehen», erklärte Hujara.

Vereinzelt zeigten sich Sportler allerdings auch enttäuscht über die Absage und fühlten sich von Miller übergangen. «Ich wäre gerne gefahren, mich hat aber keiner gefragt», meinte der dreimalige Weltcupsieger Klaus Kröll aus Österreich. Trotz der beanstandeten Wellen im Steilhang sei das Training «fahrbar» gewesen: «Wir sind ja hier nicht beim Kindercup.» Als erstes Rennen steht in Colorado die Abfahrt am Freitag an, es folgen Super-G und Riesenslalom.

Während die erste Testfahrt der Herren um einen Tag verschoben wurde, ließ Viktoria Rebensburg bereits beim ersten Abfahrtstraining in Beaver Creek aufhorchen. Die Riesenslalom-Olympiasiegerin kam drei Tage nach dem Sieg in ihrer Paradedisziplin in Aspen auf den zweiten Rang hinter Lindsey Vonn. Die Amerikanerin ließ beim ersten Auftritt im Rennanzug nach der Ankündigung der Scheidung von ihrem Ehemann und sportlichen Berater Thomas allerdings mehrere Tore aus. Maria Höfl-Riesch kam auf den 15. Platz.

Die Damen dürfen sich dieses Wochenende bei zwei Abfahrten und dem Super-G auf Winterwetter freuen und starten am 7. Dezember auch noch bei einem weiteren Super G in Nordamerika. Auch die Herren-Rennen von Val d' Isere werden in Beaver Creek ausgetragen. Am Nikolaus-Dienstag wird der Riesenslalom gefahren, am Donnerstag dann der Slalom.