Archivierter Artikel vom 10.08.2010, 13:20 Uhr

Sinkende Geburtenzahlen bei Migrantinnen

Rostock (dpa/tmn). Migrantinnen der zweiten Generation passen sich dem Geburtenverhalten westdeutscher Frauen an. Das zeigt eine Studie der Wissenschaftlerin Nadja Milewski an der Universität Rostock.

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Frauen der ersten Zuwanderergeneration hatten zunächst die höchsten Erstgeburtenraten: 50 Prozent von ihnen bekamen ihr erstes Kind etwa vier Jahre nach dem Umzug nach Deutschland. Etwa 17 Prozent blieben kinderlos, während der Anteil bei den westdeutschen Frauen bei 24 Prozent lag. In den ersten beiden Jahren nach dem Umzug war die Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu bekommen etwa 2,5 mal so hoch wie für Frauen in Westdeutschland. Laut Milewski schloß die Geburt des Kindes gewissermaßen den Immigrationsprozess ab und «vervollständigte» das Leben der Frau.

Bei den Frauen der zweiten Zuwanderergeneration dreht sich dieses Muster allerdings um: Sie werden seltener und später Mutter als die der ersten Generation. Etwa 22 Prozent bleiben sogar kinderlos. Die Wahrscheinlichkeit ein Kind zu bekommen, ist bei ihnen im Vergleich zu westdeutschen Frauen nur 1,2 mal höher. Laut Milewski ist der Grund, dass sich das gesellschaftliche Umfeld mit seinen niedrigen Geburtenraten auch auf Zuwanderinnen und deren Familien auswirkt.

Die Wissenschaftlerin hatte basierend auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung die Geburtenraten von Frauen verglichen, die seit 1984 aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien, Griechenland, Italien und Spanien nach Westdeutschland gekommen waren. Ostdeutschland wurde aufgrund der geringen Zuwandererquote nicht berücksichtigt.

Unterschieden wurden Migrantinnen der ersten und der zweiten Generation: Die Frauen der zweiten Generation sind als Kinder nach Westdeutschland gekommen oder wurden hier geboren. Die Frauen der ersten Zuwanderergeneration hatten bei der Einwanderung noch kein Kind.