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    Monte Carlo

    Sicherheit geht vor: Kein Heckflügel-Schub im Tunnel

    Es ist zu riskant: Im berüchtigten Tunnel von Monaco müssen die Formel-1-Draufgänger auf einen ihrer rasanten «Beschleuniger» verzichten. Allerdings auf eigenen Wunsch.

    «Beschleuniger»
    Der verstellbare Heckflügel am Boliden von Sebastian Vettel.
    Foto: DPA

    Der Einsatz des verstellbaren Heckflügels wurde für das Training und die Qualifikation für den Klassiker der «Königsklasse» des Motorsports an dieser Stelle vom Internationalen Automobilverband untersagt. Im Rennen ist er dort ohnehin nicht erlaubt.

    Die Fahrer hatten zuvor teilweise Bedenken geäußert. Für Spannung ist dennoch reichlich gesorgt, nicht zuletzt wegen der Premiere der sogenannten Supersoft-Reifen. Frei nach dem Motto: Der Mythos lebt. «Es ist etwas Besonderes, mit einem Formel-1-Auto durch Monaco zu fahren», sagte Weltmeister Sebastian Vettel. Es ist aber vor allem auch ein Tanz auf der Rasierklinge. Ein Fehler und das Auto kracht in die Leitplanken.

    In diesem Jahr rasen Vettel & Co. erstmals auch mit dem verstellbaren Heckflügel (DRS) durch das Fürstentum. Weitere 10 bis 15 Stundenkilometer schneller werden die über 700 PS starken Rennwagen auf entsprechenden Knopfdruck. Zusammen mit dem Energierückgewinnungssystem KERS soll damit das Überholen erleichtert werden. Die ersten fünf Saisonrennen, von denen Vettel vier gewann, legten eindrucksvoll Zeugnis darüber ab.

    In Monaco traten die Piloten aber teilweise selbst schon vorher auf die Bremse. Im Tunnel soll der Einsatz von DRS beim Training am Donnerstag und Samstag sowie in der darauf folgenden Qualifikation untersagt werden. Rennleiter Charlie Whiting teilte laut «autosport.com» in einem Brief an die Fahrervereinigung Grand Prix Drivers Association die Entscheidung der FIA mit.

    Im Rennen ist der Knopfdruck nur in einem bestimmten Bereich auf der Start- und Zielgeraden erlaubt. «Ich glaube, die DRS-Zone beträgt nur 300 Meter in Monaco, das ist ziemlich kurz», meinte Vettels erster Verfolger, Lewis Hamilton. Der britische McLaren-Pilot konnte das Rennen aller Rennen in seinem Weltmeister-Jahr 2008 für sich entscheiden.

    In diesem Jahr kommt eine weitere Herausforderung auf die Piloten zu. Erstmals schickt Hersteller Pirelli die sogenannten Supersoft- Reifen auf den Kurs: Perfekt für eine schnelle Qualifikationsrunde, aber nicht von langer Haltbarkeit. «Es gibt viele Fragezeichen in diesem Jahr in Bezug auf die Reifen», meinte Vettels Teamkollege Mark Webber.

    Der Australier fuhr im vergangenen Jahr vor seinem Heppenheimer Stallrivalen den Sieg ein. Der bislang letzte deutsche Triumph auf den Straßen des Glücksspielparadieses liegt daher mittlerweile zehn Jahre zurück. Rekordweltmeister Michael Schumacher konnte an der Côte d'Azur 2001 gewinnen. Nun gilt sein Kumpel Vettel als Topfavorit. Mit 118 Punkten führt der 23-Jährige vor Hamilton (77) die Gesamtwertung an. Dritter ist Webber (67).

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