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Siamkatzen: Grazile Samtpfoten voller Bewegungsdrang

Stuttgart/München (dpa/tmn) – In einem Winter wie dem diesjährigen draußen herumzustreunen, ist eigentlich nichts für sie. Siamkatzen mit ihrem sehr feinen, kurzen Fell mögen es kuschelig.

Siamkatzen
Was gibt's denn da Interessantes? Siamkatzen sind ebenso grazil wie agil. (Bild: Bernhaut/dpa/tmn)

Träge sind sie deshalb nicht. Denn auch wenn die grazilen und vermutlich bekanntesten Vertreter der exotischen Kurzhaarkatzen sehr an ihrem Halter hängen, haben sie einen überaus temperamentvollen Charakter.

Siamkatzen kommen aus dem heutigen Thailand, das früher Siam hieß. «Ende des 19. Jahrhunderts gelangte die Rasse durch britische Diplomaten über den Seeweg nach England», erzählt Eva-Maria Götz, Autorin und Biologin aus Stuttgart. «Die ersten Exemplare sind schnell eingegangen, weil sie mit Milch und Weißbrot falsch ernährt wurden und mit ihrem dünnen, feinen Fell an deutlich wärmere Klimazonen angepasst sind.» Damals schielten sie noch und hatten einen Knickschwanz – die ersten Rassestandards verlangten das.

Die ersten Reaktionen waren auch nicht sonderlich schmeichelhaft: «In Zeitungsberichten wurde geschrieben, wie scheußlich die Tiere ausgesehen hätten», sagt Eva Holzheuer von der Interessengemeinschaft Siam und Orientalischkurzhaar im 1. Deutschen Edelkatzenzüchter-Verband. «Auch heute sind sie sicher nicht für jeden Geschmack, denn verglichen mit der normalen Hauskatze muss man sich bei Siamesen optisch umstellen.»

Das liegt neben dem dreieckigen Gesicht und den spitzen Ohren am Fell. Siams sind «Point-Katzen»: Maske, Ohren, Pfoten und Schwanz, also die Points, sind dunkler als der übrige, einfarbige Körper, erklärt die Züchterin und Zuchtrichterin Waltraut Sattler aus Gießen. Was das Fell angeht, ist die Palette breit: «Zu den 15 Grundfarben kommen verschiedene Zeichnungen – beispielsweise gestromt oder getupft.»

Die Maskenfarben reichen von Schwarz bis Rot. Klassisch ist etwa seal-point: schwarze Maske und beiges Körperfell. «Welche Farbe die Katze einmal haben wird, ist allerdings nicht gleich nach der Geburt zu erkennen», sagt Holzheuer. Siamesen seien sogenannte Teilalbinos, die blaue Augen haben und weiß geboren werden. Erst später dunkeln die schlechter durchbluteten, kühleren Körperteile nach.

Aufgrund ihres kurzen Fells brauchen es Siamkatzen warm. Das eng anliegende Haarkleid hat aber auch Vorteile: «Die Tiere haben keine dicke Unterwolle», erklärt Götz. «Das hat zur Folge, dass es keine Haarwechselzeiten mit Winter- und Sommerfell gibt, sondern relativ gleichmäßig über das ganze Jahr abgehaart wird.»

Alleine sein sollten die Katzen mit einer Lebenserwartung von 15 bis 20 Jahren nicht: «Optimalerweise hält man sie zusammen mit einem Artgenossen», sagt Holzheuer. Aber auch dann binden sie sich – für Katzen ungewöhnlich – sehr eng an ihre Halter. «Siamkatzen wechseln lieber die Umgebung, in der sie leben, als ihren Halter.»

Für Menschen, die ihre Ruhe wollen, sind diese Vierbeiner nichts: «Sie sprechen sehr gern und mit lauterer Stimme als andere Katzen», sagt Sattler. Außerdem brauchen sie viel Bewegung und Unterhaltung. «Da geht schon mal die Post ab, wenn sie spielen, durch die Zimmer laufen oder auf die Schränke klettern.»

Wer bei einem nicht kastrierten Paar auf Nachwuchs hofft, wartet meist nicht lange. «Die Kätzinnen sind schnell trächtig und die Kater sehr potent», sagt Götz. «Und weil sie in der Natur viele Verluste haben, sind die Würfe der Siamkatzen groß.» Sie großzuziehen sei nicht leicht. «Das erste halbe Jahr sind sie sehr empfindlich, und man muss auf die richtige Ernährung aufpassen.»

Literatur: Eva-Maria Götz; Gesine Wolf; Siam und Co: Orientalische Katzen, Ulmer, ISBN-13: 978-3-8001-7441-6, 14,90 Euro

Thaikatzen

In den 80er Jahren wurden die prägnanten Merkmale der Siamkatzen noch stärker herausgearbeitet: «Da die Tiere damals extrem dünn waren und lange Gliedmaßen und Köpfe mit großen Ohren hatten, begannen einige Züchter mit einer Rückzüchtung, indem sie Hauskatzen einkreuzten», erzählt Autorin Eva-Maria Götz. Das Ergebnis waren die Thaikatzen mit rundlicherem Kopf und weniger Eleganz. «Zwar werden diese Tiere auch oft traditionelle Siamkatzen genannt, weil sie aussehen wie die ursprünglichen Siamkatzen. Sie sind aber im Grunde nur ein Konstrukt und keine echten Siamesen.»

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