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    Diez/Koblenz

    Sex mit Schülerin (16): Lehrer muss ins Gefängnis

    Ein Diezer Gymnasiallehrer muss ins Gefängnis und darf nie mehr an einer staatlichen Schule unterrichten: Der 52-Jährige missbrauchte mehrfach eine Schülerin (16) – am helllichten Tag, im Zentrum von Diez, im Garten von Haus Eberhard.

     

    Er drohte ihr, sie dürfe davon niemandem erzählen, sonst passiere etwas. Einmal verschärfte er seine Drohung noch: Er strich sich mit dem Finger über den Hals – als ob er sich die Kehle durchschneiden würde. Das Mädchen hatte Angst vor seinem Lehrer. Darum ließ es dessen Übergriffe über sich ergehen.

    Seit 2010 befassten sich drei Gerichte mit dem Fall. Jetzt hat das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz im Revisionsverfahren endgültig entschieden: Der Lehrer, der in Diez am Sophie-Hedwig-Gymnasium Englisch und Sozialkunde unterrichtete, muss für zwei Jahre und drei Monate in Haft.

    Damit ist der Prozess gegen ihn abgeschlossen, seine Verurteilung rechtskräftig.

    Das Opfer hatte große Angst

    Der Lehrer darf infolge des Urteils nie mehr an einer staatlichen Schule unterrichten. Dies teilte die Schulaufsichtsbehörde ADD unserer Zeitung mit. „Ein Lehrer, der eine so hohe Strafe erhält, wird automatisch aus dem Dienst entfernt“, sagt ADD-Sprecherin Eveline Dziendziol. Der Mann verliere seinen Beamtenstatus und alle Pensionsansprüche.

    Rückblick: Das Amtsgericht Diez verurteilte den Lehrer bereits 2010 wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen (drei Fälle), sexueller Nötigung (ein Fall) und Nötigung (ein Fall) zu zwei Jahren und drei Monaten Haft. Er ging gegen das Urteil in Berufung, doch das Landgericht Koblenz wies sie 2011 als unbegründet zurück.

    Darum legte der 52-Jährige Revision ein. Jetzt hat das OLG aber auch diese als unbegründet verworfen.

    Lange bestritt der Lehrer die Vorwürfe, erst vor dem Landgericht legte er ein Geständnis ab. Er verübte die Sextaten zwischen Oktober und Dezember 2009. So kam es dazu: Anfangs schwärmte die Schülerin für ihren Englisch- und Sozialkundelehrer. Sie versuchte mehrfach, mit ihm in Kontakt zu treten. Irgendwann bat er sie, dass sie ihm ein Bild von sich schickt. Sie tat es.

    In den folgenden Wochen tauschten beide E-Mails und Handy-Kurznachrichten aus. Er schrieb oftmals auf Englisch, zum Beispiel: „Call me if you can“ („Ruf mich an, wenn du kannst“). Später wurde er direkter: „Can we meet tomorrow?“ („Können wir uns morgen treffen?“)

    Immer wieder schärfte er ihr ein, sie solle niemandem von ihren Kontakten erzählen. Denn sonst würden ganz schnell Gerüchte entstehen.

    Nach Überzeugung der Diezer Richter trafen sich der Lehrer und seine Schülerin viermal heimlich im Garten von Haus Eberhard. Sie merkte bereits beim ersten Treffen, dass sie den gut drei Jahrzehnte älteren Mann nicht liebte.

    Im Gegenteil: Sie ekelte sich sogar vor ihm. Doch er drängte sie immer wieder zu neuen Treffen. Dabei begrapschte er sie und nötigte sie, ihn zu befriedigen.

    Schulleiter schaltete die Polizei ein

    Die Schülerin hatte Angst vor ihrem Lehrer. Weil er sie bedrohte und weil er ihr künftig schlechtere Noten geben könnte, wenn sie sich ihm widersetzt. Nach Auffassung der Diezer Richter wusste der Lehrer von der Angst des Mädchens – traf sich aber weiter mit ihm.

    Im Januar 2010 flog alles auf: Mitschülerinnen wunderten sich über das Verhalten der 16-Jährigen. Sie meldeten sich beim Vertrauenslehrer der Schule. Kurz später schaltete Schulleiter Gerhard Lambertz die Polizei ein. Heute sagt er über den Lehrer: „Sein Verhalten war absolut inakzeptabel. So jemand darf nach meiner Ansicht nicht mehr mit Kindern arbeiten.“

    Unglaublich: Als die Ehefrau des Lehrers von den Aktivitäten ihres Mannes erfuhr, beschimpfte sie die Schülerin: „Du blöde Schnepfe denkst doch nicht im Ernst, dass du irgendetwas wert bist!“

    Außerdem rempelte sie das Mädchen in der Schule absichtlich an. „Ein unglaubliches Verhalten für eine Pädagogin!“, rügte 2010 der Diezer Richter Martin Schlepphorst. Die Frau wechselte inzwischen die Schule – auf Anraten der ADD.

    Die Schülerin, inzwischen 18 Jahre alt, leidet bis heute unter den Übergriffen des Lehrers. Sie ist noch immer in Therapie. „Sie kann das nicht einfach so abschüttelten“, sagt ihre Anwältin Martina Schmidt-Döppes. „Aber sie freut sich, dass das Verfahren endlich zu Ende ist.

    Und sie ist sehr froh, dass die Richter ihr geglaubt haben.“ Laut der Staatsanwaltschaft Koblenz muss der Lehrer seine Haftstrafe wohl innerhalb der nächsten zwei Monate antreten. Voraussichtlich kommt er in die Justizvollzugsanstalt Wittlich.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

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