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    Hamburg

    Sex kann sportliche Leistungsfähigkeit senken

    Enthaltsamkeit für den Erfolg: Wer einen Wettkampf vor sich hat, verzichtet zwei Tage davor besser auf Sex. Denn laut einer Studie wirkt sich dieser negativ auf die Leistungsfähigkeit aus. Bei Konzentrationssportarten jedoch kann Sex hilfreich sein.

    Schnell noch ein letzter Kuss
    Schnell noch ein letzter Kuss, das war's: Wer bei einem sportlichen Wettkampf Höchstleistungen abliefern will, verzichtet davor besser auf Sex.
    Foto: Peter Kneffel - DPA

    Sex kurz vor sportlichen Wettbewerben kann die Leistungsfähigkeit senken. Athleten einiger Sportarten sollten daher bis zu 48 Stunden vor wichtigen Wettkämpfen keinen Geschlechtsverkehr mehr haben, rät Prof. Frank Sommer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. In einer Studie untersuchte der Professor für Männergesundheit den Einfluss sexueller Aktivität bei verschiedenen Sportarten. Hobbysportler können jedoch beruhigt sein, denn nur im Leistungssport kann Sex den ausschlaggebenden Unterschied machen.

    Hochspringern, Sprintern und Gewichthebern empfiehlt Sommer, bis zu 36 Stunden vor Wettkämpfen sexuell abstinent zu sein. «Sex kurz vor dem Wettbewerb hat negative Auswirkungen auf die Schnelligkeit und Sprungkraft», sagt Sommer. Als Ursache vermutet er die Ausschüttung von Oxytocin und anderen Hormonen beim Orgasmus. Diese Hormone fördern unter anderem den Effekt, dass die Sexpartner einander eher treu bleiben, und sie reduzieren die Aggressivität. «Bei Schnellkraftsportarten braucht der Athlet jedoch eine gewisse Aggressivität, um Maximalleistung erbringen zu können.»

    Auf die grundlegende Ausdauer hat der Orgasmus zwar keinen Effekt, jedoch werden auch längere Läufe oft erst durch einen Schlusssprint entschieden. Dafür braucht der Athlet Spritzigkeit. Deswegen gilt laut Sommer auch bei Ausdauersportarten: 24 Stunden vor dem Lauf ist Sex tabu. Bei Kontaktsportarten rät er den Athleten, 48 Stunden vorher auf Sex zu verzichten.

    «Auch bei Hobbysportlern wirken die genannten Effekte, spielen jedoch eine eher geringere Rolle», beruhigt der Mediziner. Denn bei der abendlichen Joggingrunde komme es meist nicht auf eine Zehntelsekunde mehr oder weniger an. Allerdings regt ein regelmäßiges Sexualleben die langfristige Hormonproduktion an und kann so zum Muskelaufbau beitragen.

    Ein weiterer Effekt von sexueller Betätigung ist, dass der Mensch danach ruhiger und gelassener wird. Ruhe und Gelassenheit sind wichtige Voraussetzungen zum Beispiel beim Bogen- oder Tontaubenschießen. Sommer betont: «Sexuelle Aktivität bis vier Stunden vor dem Wettbewerb wirkt sich bei Konzentrationssportarten positiv aus.»

    In der Studie der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit wurden 84 Sportler und Sportlerinnen aufgefordert, über mehrere Wochen ein Tagebuch zu führen, in dem sie ihre sexuellen Aktivitäten vermerkten. «In regelmäßigen Abständen absolvierten sie Übungen, bei denen die Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und andere motorische Fähigkeiten getestet wurden», erläutert Sommer. Auswirkungen hat das Sexualleben demnach besonders bei Männern: Die Athletinnen profitierten zwar auch von der positiven Wirkung beim Orgasmus, aber längst nicht in dem Ausmaß wie die männlichen Sportler.

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