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Selbstmarketing: Wie Mitarbeiter sich richtig verkaufen

Solingen/München (dpa/tmn) – Wer im Job weiterkommen will, muss auf sich aufmerksam machen. Denn gute Leistungen allein reichen dafür nicht aus. Der Chef muss sie auch erkennen. Die Devise heißt: Tu Gutes und sprich darüber.

Selbstmarketing im Job
Leisetreter kommen im Beruf nicht voran – wer Karriere machen will, muss im Betrieb auf sich aufmerksam machen. (Bild: Diagentur/dpa/tmn)

«Sie dürfen nicht davon ausgehen: Die sehen doch, was ich kann!», erklärt Kommunikationspsychologe Andreas Köhler. «Man muss seine Leistungen und Erfolge auch kommunizieren.»

Natürlich gehört es auch dazu, gute Leistungen zu erbringen. Wer sich nur aufspielt, schadet sich am Ende selbst. Denn Schaumschläger würden schnell entlarvt und nicht mehr ernst genommen, warnt Köhler. «Ich muss auch mal den Mund halten und andere reden lassen.» Das gilt vor allem in Konferenzen. Wer sich zu jedem Thema zu Wort meldet, kann schnell nerven. Dagegen fällt positiv auf, wer gezielt durchdachte Beiträge einfließen lässt.

Dass reiner Aktionismus nicht zum Erfolg führt, meint auch der Karriereberater Jon Christoph Berndt. «Bitte nicht mit Schrot schießen, nach dem Motto: Eine Kugel wird schon treffen.» Stattdessen rät Berndt, sich auf das zu konzentrieren, was man kann. «Das bedeutet, dass ich mich beispielsweise als freiberuflicher Architekt nicht auf jede Ausschreibung bewerbe, sondern nur Schwimmbad-Sanierungen oder ähnliches mache.»

Auch als Arbeitnehmer innerhalb einer Abteilung muss man nicht immer alles an sich reißen. Denn der Mann oder die Frau für alle Fälle ist zwar ein guter Notnagel. Für wichtige Aufgaben nimmt der Chef aber lieber jemanden, der sich genau für ein Projekt oder einen Bereich qualifiziert hat. So machen Beschäftigte sich auch in Krisenzeiten unersetzlich. Deshalb raten viele Karriereexperten, sich zu spezialisieren und durch Expertenwissen aufzufallen. Denn Generalisten gibt es schon genug.

Um sich nach außen hin gut verkaufen zu können, müssen Mitarbeiter erst einmal in sich gehen. Nur wer weiß, wo seine Stärken liegen, kann sich erfolgreich vermarkten.

Im zweiten Schritt heißt es, die Gelegenheiten zu nutzen, von den eigenen Erfolgen zu reden. Fragt der Chef beispielsweise nach dem Fortschritt des neuen Projektes, sollte die Antwort über ein kurzes «gut» hinausgehen. Fragt er nicht, darf man ruhig von sich aus einen guten Moment abpassen und von positiven Ergebnissen erzählen. Saßen Mitarbeiter am Abend zuvor lange mit einem wichtigen Kunden zusammen, könnten sie das auch kurz in der Kaffeeküche ansprechen – etwa so: «Übrigens, ich hatte gestern ein sehr fruchtbares Gespräch mit Herrn Meier über die Vertragsverlängerung.»

Zum erfolgreichen Selbstmarketing gehört zudem das passende äußere Erscheinungsbild. «Es gibt im Geschäftsleben einen Dresscode, an den sollte man sich halten», sagt der Image-Experte Andreas Weinzierl. In Banken etwa ist konservative Kleidung angesagt: Männer tragen Anzug, Frauen allenfalls einen Rock mit Bluse. Wer sich in dieser Umgebung abheben will, muss ganz behutsam vorgehen. «Man kann durch gekonnt ausgewählte Accessoires auffallen.» Das sind bei Männern schicke Uhren oder Krawattennadeln, bei Frauen Ketten oder ein hübsches Tuch. Ganz wichtig: «Wenn ich beim Chef positiv auffallen will, muss ich einen Schritt besser aussehen als die Kollegen – aber weniger gut als der Chef», sagt Weinzierl.

Das Ansehen aufbessern

Um beim Chef positiv aufzufallen, ist es auch wichtig, sich mit den Kollegen gut zu stellen und Präsenz zu zeigen. Wer mittags immer nur alleine vor dem PC sein mitgebrachtes Brötchen isst, anstatt in die Kantine zu gehen, den vergisst man schnell. Auch der Gang zur Toilette kann genutzt werden, um mal kurz in andere Abteilungen zu schauen und «Hallo» zu sagen. «Der tägliche Small Talk mit den Kollegen ist wichtig», sagt Kommunikationspsychologe Köhler. «Dabei sollte ich aber nicht den großen Maxen machen, sondern auch zuhören und auf andere eingehen.» Der Chef merkt schnell, wer im Kollegenkreis beliebt ist und wer nicht.

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