Archivierter Artikel vom 26.05.2010, 22:58 Uhr

Schwimm-Verband nennt Namen im Sex-Skandal

Boston (dpa). In einem seit Wochen schwelenden Sex-Skandal hat der amerikanische Schwimm-Verband nun Namen von Beteiligten genannt. Auf einer Liste von USA Swimming werden 46 Menschen aufgeführt, die auf Lebenszeit vom Verband ausgeschlossen wurden – in den meisten Fällen wegen sexueller Vergehen.

Dabei soll es vor allem um den Missbrauch oder die Belästigung von Nachwuchsschwimmern gehen. Auch der Ex-Chef der Nationalmannschaft, Everett Uchiyama, steht auf dem Papier, zu seinen Vergehen wurden aber keine näheren Angaben gemacht. Uchiyama hatte seit 1999 als Nationalteam-Koordinator gearbeitet und war kurz vor den Olympischen Spielen 2004 zum Direktor befördert worden. Ende 2006 legte er ohne Angabe von Gründen sein Amt nieder.

Wie er seien auch die weiteren Beschuldigten auf Lebenszeit aus dem Verband ausgeschlossen worden, teilte USA Swimming mit. Die erste Entlassung gehe ins Jahr 1991 zurück. Nach den Angaben wurden allein seit Anfang 2009 elf Personen von ihren Ämtern enthoben. Der Verband war zuletzt stark für sein nachlässiges Vorgehen gegen Trainer und Offizielle kritisiert worden, die nachweislich Athletinnen sexuell missbraucht oder belästigt hatten. Auf einer Vorstandssitzung gab der Verband daraufhin einen Vier-Punkte-Plan bekannt. Dieser beinhaltet auch die Veröffentlichung einer Liste mit den Namen aller ausgeschlossenen Personen.