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Schwimm-Präsident: Breitensport soll „starke Säule“ sein

Lange hatte der große Deutsche Schwimm-Verband keinen Präsidenten. Bei der online durchgeführten Mitgliederversammlung wird nach fast zwei Jahren der Nachfolger von Gabi Dörries gewählt. Auf diesen wartet viel Arbeit.

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Marco Troll
Marco Troll ist der neue Präsident des Deutschen Schwimm-Verbandes.
Foto: Badischer Schwimm-Verband e.V./dpa

Kassel (dpa). Nach zwei Jahren mit Übergangslösungen und erfolgloser Suche hat der Deutsche Schwimm-Verband wieder einen Präsidenten.

Mit der Rückendeckung mächtiger Landesverbände und einem neuen Vorstandsteam will Marco Troll den Breiten- und Freizeitsport im über 580.000 Mitglieder starken Dachverband stärken und Konflikte überwinden. „Wir bieten einen transparenten, offenen und fairen Umgang miteinander an, damit der Deutsche Schwimm-Verband wieder als starke Marke gesehen wird“, sagte der 58-Jährige aus Freiburg nach seiner Wahl mit rund 76 Prozent der Stimmen. „Wir wissen aber auch, dass uns viel Arbeit erwartet.“

Inhaltlich nannte der Nachfolger von Gabi Dörries unter anderem die Stabilisierung der finanziellen Situation, die Festlegung von einheitlichen Mindeststandards in der Aus- und Fortbildung, die Thematisierung der Wasserflächenproblematik in Deutschland sowie die Themen Schwimmen lernen und Gesundheit als wichtige Handlungsfelder der neuen Verbandsspitze, die zunächst für zwei Jahre gewählt ist.

„Die eine starke Säule ist der Wettkampf und Leistungssport“, sagte Troll und ergänzte mit Bezug auf den Breitensport: „Die andere starke Säule, die muss noch ausgeprägt werden.“ Dafür will er unter anderem das Hauptamt in diesem Bereich stärken.

Dörries war im Dezember 2018 zurückgetreten. Bei der online durchgeführten Mitgliederversammlung wurde nun allerdings auch deutlich, dass auf den Polizeibeamten, der auch Präsident des Badischen Schwimm-Verbandes bleiben will, Gegenwind zukommen könnte.

So erklärte der Präsident des Südwestdeutschen Schwimm-Verbandes, Anselm Oehlschlägel, dass er Troll nicht wählen könne. Der Rückzug der vorherigen Vizepräsidenten Uwe Brinkmann und Wolfgang Hein, die den DSV zuletzt übergangsweise mit geführt hatten, war ebenfalls nicht geräuschlos verlaufen.

„Ich strecke auch denjenigen, die mich nicht gewählt haben, die Hand zu“, sagte Troll, der als einziger Kandidat angetreten war. Neben unterschiedlichen inhaltlichen Auffassungen spielen im großen DSV naturgemäß auch persönliche Animositäten zwischen einzelnen Vertretern immer wieder ein Rolle.

Als Vizepräsidentin Finanzen gehört unter anderen Claudia Boßmann aus Nordrhein-Westfalen zu Trolls Team. Vizepräsidenten wurden zudem Harald Walter, der Präsident des Bayerischen Schwimm-Verbandes, sowie Wolfgang Rupieper, der Chef der Schwimmer in Brandenburg.

© dpa-infocom, dpa:201122-99-421986/2

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