Archivierter Artikel vom 19.07.2011, 08:42 Uhr
Shanghai

Schwimmerin Maurer mit Olympia-Ticket «superhappy»

Freiwasserschwimmerin Angela Maurer war nach zehn Kilometern im 29 Grad warmen Wasser zu müde, um sich über das erschwommene Olympia-Ticket sofort zu freuen.

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Qualifiziert
Angela Maurer atmet im Ziel kräftig durch.
Foto: DPA

Erst nach einer langen Umarmung von Ehemann und Trainer Nikolai Evseev und einer kalten Mineralwasser-Dusche von Bundestrainer Stefan Lurz lächelte die 35-jährige Mainzerin befreit. Platz acht im WM-Auftaktrennen am Jinshan Beach reichte den deutschen Langstreckenschwimmern zum Quotenplatz für London 2012.

«Ich bin superhappy, es war mein Ziel, das Ticket zu lösen. Der Platz ist mir ziemlich egal, weil nächstes Jahr werden die Karten neu gemischt. Jetzt fällt der Ballast ab», sagte die Weltmeisterin von 2009 über 25 Kilometer nach dem Kampf in einem Mammutfeld. 56 Starterinnen kämpften um die Olympia-Tickets. Die Erfurterin Isabell Donath verfehlte als 36. über die olympische Distanz die notwendige Top-10-Platzierung.

«Mit dem einen Quotenplatz sind wir sehr zufrieden. Angie ist genug Profi, dass sie mit jeden Bedingungen zurecht kommt», sagte Bundestrainer Lurz. «Isabell war das erste Mal dabei und hat Lehrgeld bezahlt, aber sie kann Angies Nachfolgerin werden.» Weltmeisterin wurde nach knapp zwei Stunden die Britin Keri Anne Michelle Payne vor Titelverteidigerin Martina Grimaldi (Italien) und der Griechin Marianna Lymperta.

Eine Medaille hat Maurer ohnehin eher für ihre Spezialstrecke über 25 Kilometer am Samstag ins Visier genommen. Die Olympia-Qualifikation war das primäre Ziel. Dabei waren die Vorzeichen ungünstig: Erkältet, kaum Schlaf wegen Hustens. Im Rennen gab es dann zu wenig Flüssigkeit, weil sie bei ihrer ersten Trinkpause zu viel Zeit verlor. «Das war schon hart. Die Hitze war auch sehr brutal», sagte die angehende Polizeikommissarin, die allerdings in ihrer Karriere einige noch heißere Rennen erlebt hat.

Die nach dem Tod des Amerikaners Francis Crippen aufgeflammte Sicherheitsdiskussion zeigte auch bei der WM Wirkung. So kam neben vielen Begleitbooten und einem Hubschrauber auf dem 2,5 Kilometer langen Rundkurs in der durch einen Damm vom ostchinesischen Meer getrennten Wettkampfstrecke auch ein Sonarsystem zum Einsatz. Dieses hätte untergangene Schwimmer orten können. Das Wasser leuchtete im Sonnenschein zwar bläulich. Trotzdem «zierten» schwarze Teerflecken Maurers Hände. Nach der WM kann die 35-Jährige angesichts des deutlich kühleren Londoner Wassers «wieder etwas zunehmen» und muss «nicht mehr so auf die Figur achten».

Edelmetall über zehn Kilometer wird eher von Rekord-Weltmeister Thomas Lurz am Mittwoch erwartet. Hier geht es für das deutsche Team ebenfalls um maximal zwei Startplätze für die Sommerspiele in einem Jahr in London. Im neuen Team-Wettbewerb am Donnerstag starten neben Lurz auch Jan Wolfgarten und Beckenschwimmerin Isabelle Härle.