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Schwimm-Bundestrainer: Michael Groß „bereit, uns zu helfen“

Wer sichert sich die letzten Tokio-Tickets? In Berlin haben die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer noch die Chance, die Normzeiten zu unterbieten. Ein wichtiger DSV-Posten ist weiterhin unbesetzt.

Michael Groß
Schwimm-Olympiasieger Michael Groß ist beim DSV im Gespräch.
Foto: Patrick Seeger/dpa

Berlin (dpa). Die Olympia-Qualifikation geht an diesem Wochenende in die entscheidende Phase und auch abseits des Berliner Beckens ist eine zentrale Frage bei den deutschen Schwimmern noch ungeklärt.

Anders als von Bundestrainer Bernd Berkhahn erhofft, ist der Posten des Leistungssportdirektors immer noch vakant. „Natürlich wünschte ich mir, dass wir einen starken Direktor Leistungssport hier hätten“, sagte Berkhahn und damit 99 Tage vor dem geplanten Start der Olympischen Spiele in Tokio. „Das beeinflusst natürlich auch meine Arbeit – ganz klar, gar keine Frage.“

Die wichtige Position ist offen, weil der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen freigestellt hat. In einem kritischen Brief an Präsident Marco Troll und den DSV-Vorstand sprachen sich unter anderen Berkhahn und Athletensprecherin Sarah Köhler für eine Rehabilitierung von Kurschilgen aus. Sollte dies nicht zeitnah möglich sein, schlagen sie den dreimaligem Olympiasieger Michael Groß als Interimslösung für den Posten vor. „Der Michael ist bereit, uns zu helfen, und möchte uns unterstützen“, sagte Berkhahn. „Aber soweit ich das weiß, gibt es keine Einigung zwischen dem Vorstand und Michael Groß.“

Zur Position aus dem Brief stehe man weiterhin, bekräftigten Teamchef Berkhahn und auch Teamcoach Hannes Vitense. In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hatten die Unterzeichner dem Vorstand Termine für eine Videokonferenz vorgeschlagen. „Ein Gespräch steht dazu weiterhin aus. Das ist also immer noch ungeklärt“, sagte Berkhahn. „Wir erhoffen uns da natürlich möglichst schnell eine Lösung und auch eine wirklich gute Lösung für den Leistungssport.“ Laut Vitense ist ein Austausch nach dem Hauptstadt-Wochenende geplant.

Nach der Unruhe der vergangenen Wochen soll von diesem Freitag an für drei Tage der Sport im Mittelpunkt sehen, betonten Berkhahn und Vitense unisono. Acht deutsche Schwimmerinnen und Schwimmer mit Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock an der Spitze sind bereits fest für Tokio qualifiziert. Sieben weitere unterboten in den vergangenen Wochen die geforderte Norm – teilweise auf mehreren Strecken. „Ich gehe davon aus, dass beim Showdown hier in Berlin noch der ein oder andere Normerfüller hinzukommt“, sagte Vitense.

Zudem will Wellbrock, der sich zuletzt bereits in Topform präsentierte und über 400 Meter die Weltjahresbestzeit aufstellte, über seine WM-Gold-Strecke 1500 Meter glänzen. „Hier werden wir sehen, wo das Limit ist“, sagte Berkhahn. Der 50-Jährige trainiert Wellbrock in Magdeburg und wird aus Sicht seines besten Schwimmers durch die Situation im Verband belastet. „Mein Trainer Bernd Berkhahn hat zusätzliche Arbeit, was man ihm phasenweise auch anmerkt, weil er einfach mehr an seine Grenze kommt als sonst“, hatte Wellbrock jüngst im Interview der „Welt“ gesagt.

© dpa-infocom, dpa:210415-99-215013/3

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