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Schumi-Mania in Manama: Hype ohne Fan-Massen

Radioreporter brüllen mit überschlagender Stimme seinen Namen, Fotografen kämpfen um das Bild mit Gattin Corinna. Wo Michael Schumacher im Fahrerlager auftaucht, die Kameras und Mikrofone richten sich auf den Formel-1-Rückkehrer an seinem ersten Rennwochenende nach über drei Jahren.

Alte Bekannte
Michael Schumacher (r)unterhält sich im Fahrerlager mit Ex-Teamkollege Felipe Massa.

«Wie ein Schwarm Ameisen um einen Happen zu Essen», schrieb die «Gulf Daily News» über die Anzugskraft des PS-Superstars beim Großen Preis von Bahrain.

Schumacher hat nicht nur den Appetit der Fans, sondern vor allem auch den der Medien geweckt. Als er über seinen siebten Qualifikationsrang plaudert, ist der Raum im Motorhome seines Mercedes-Teams proppenvoll. Jede Geste des 41-jährigen, der in den Tagen von Bahrain bisweilen auch schon mal einen kleinen Scherz parat hat, wird gedeutet, jedes Wort notiert und mitgeschnitten. Kaum ist der letzte Satz zu Ende, eilt Schumacher über den gemähten Rasen zur Teambesprechung nebenan.

Für eine echte Schumi-Mania außerhalb des Kurses und rund um Manama fehlten aber die wahren PS-Fans, wie man sie unter anderem aus England, Italien, Deutschland, Spanien und Australien kennt. Der Rekordweltmeister hat das Schwungrad der Formel 1 dennoch schon längst wieder auf Touren gebracht. Natürlich auch in Deutschland. Zurzeit sind gut 45 000 Karten für das Rennen auf dem Hockenheimring am 25. Juli verkauft. «Wir sind gespannt, wie sich am Montag das erste Saisonrennen auswirkt», sagte Karl-Josef Schmidt von der Geschäftsführung der Hockenheimring GmbH der Deutschen Presse-Agentur dpa bei seinem Besuch in Bahrain.

Nach dem Tiefstand von nur 62 000 Zuschauern 2008 hoffen die Verantwortlichen dank des neuen «Schumi»-Booms auf über 70 000 Besucher. Schmidt betonte, dass sich der Vorverkauf schon vor Schumachers vorweihnachtlicher Comeback-Ankündigung am 23. Dezember «ordentlich angelassen hatte». Gleichwohl brach am Tag, als es soweit war, eine derartige Anfragenflut über die Nordbadener herein, dass selbst Schmidt per Telefon nicht mehr durchkam.

Fast vier Monate später: Auf den Highways zum Bahrain International Circuit stimmen Plakate die Besucher auf den Saisonauftakt ein. Schumacher ist dabei aber nicht das einzige Motiv. Riesig ragen die Finger von Pole-Mann Sebastian Vettel und Ex- Weltmeister Lewis Hamilton in Jubelpose in den blauen Himmel des Wüsten-Emirats auf einer überdimensionalen Leinwand. Es geht aber auch ganz ohne Konterfei: An einer Hochhausfassade prangt vom Boden bis zur Spitze ein Plakat mit der Aufschrift «Race Number One».

Schumacher logiert in einem Nobelhotel in der Manama Bay. Von dort geht es – so gut wie immer begleitet von Sprecherin und Managerin Sabine Kehm – an die Strecke und zu Terminen. So wie bei einem PR- und Pressetreffen in einem Autohaus seines neuen Arbeitgebers. Schumacher übergibt dort einem Prinzen aus der Königsfamilie Bahrains den Schlüssel für einen nagelneuen Luxus-Sportwagen. Danach hat er selbst seine Zutrittsberechtigung fürs Fahrerlager nicht gleich zur Hand. Kurzum quetscht sich der siebenmalige Weltmeister am obligatorischen Drehkreuz vorbei – und lässt eine ebenso hilflose wie verdutzte Security-Mitarbeiterin zurück.

«Ich glaube nicht, dass ich hier bin wegen des Rummels», sagte Schumacher aber in Bahrain. Der mit Abstand erfolgreichste Pilot der Formel-1-Geschichte will Rennen fahren. Registriert hat er gleichwohl, wie sehr sein Comeback die Fans fesselt. «Dass nach wie vor so viele hinter mir stehen und an mich glauben. Das ist sehr motivierend, keine Frage.» Allerdings müssen die Anhänger in seiner Heimatstadt vorerst noch ohne die entsprechende Fan-Ausrüstung auskommen. Die Produktion begann erst im Januar und kann bis zu zwölf Wochen dauern. Kein Problem: Schumacher hat ja einen Dreijahresvertrag unterschrieben.

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