Archivierter Artikel vom 14.01.2010, 12:50 Uhr

Schumacher will Titel – Alonso bleibt Ferrari treu

Hamburg (dpa). Das Ziel ist klar. Nur wann er mit seinem neuen Team Mercedes GP wieder Formel-1-Weltmeister sein will, kann Michael Schumacher noch nicht sagen.

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Zusage
Fernando Alonso (r) will in der Formel 1 nur noch in einen Ferrari steigen.
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«Vielleicht klappt das nicht gleich im ersten Jahr, aber auf drei Jahre gesehen ist das realistisch», sagte der 41-Jährige der «Bild»-Zeitung. Um möglichst schnell wieder ganz oben zu stehen, bereitet sich der Rekord- Weltmeister gewohnt akribisch auf sein Comeback nach dreieinhalbjähriger Formel-1-Pause am 14. März in Bahrain vor.

Im andalusischen Jerez schloss der siebenmalige Champion am 14. Januar den dreitägigen Test in einem Rennwagen der Formel-1-Nachwuchsklasse GP2 ab. Nachdem das Programm an den ersten beiden Tagen durch Regen beeinträchtigt war, konnte Schumacher dann 130 Runden auf trockener Strecke drehen. «Der Test hat Michael einige Fahrpraxis in einem Monoposto gebracht. Er war zuvor vor einem halben Jahr ja nur wenige Runden gefahren und davor jahrelang nicht», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach Ende der Probefahrten.

Seinen bislang letzten Test hatte Schumacher am 31. Juli 2009 auf der Ferrari-Hausstrecke in Mugello absolviert. Nicht mal 48 Stunden nach seiner damaligen Erklärung, sich auf ein Comeback für seinen verunglückten ehemaligen Teamkollegen Felipe Massa vorzubereiten, war der Kerpener in einem zwei Jahre alten Ferrari gefahren. Dabei hatten sich damals noch gesundheitliche Beschwerden nach seinem schweren Motorradunfall vom Februar ergeben.

Sein Nacken macht offensichtlich dank intensiven Trainings nun keinen großen Ärger mehr. Dagegen machte das Wetter in Jerez Probleme. «Auch bei Formel-1-Rennen sind die Witterungsbedingungen oft sehr schwierig, Formel-1-Piloten sind alles andere als 'Schönwetter-Fahrer', insofern war der Jerez-Test rundherum okay», zog Haug zufrieden Bilanz.

Für Schumacher stand in Jerez nicht nur das Fahren im Mittelpunkt. Die Zeit in Andalusien diente ihm und seinen Ingenieure, Mechanikern und anderen Helfern auch dazu, sich besser kennenzulernen. Selbst wenn er nicht habe fahren können, «habe ich doch die Zeit für Gespräche mit Ingenieuren, Abstimmungsarbeiten und gemeinsamer Vorbereitung auf die Saison nutzen können», hatte Schumacher schon nach dem zweiten Tag gesagt.

Richtig ernst wird es Anfang Februar. Dann darf Schumacher, der eine langfristige Bindung mit dem Autobauer eingegangen ist, endlich seinen neuen Dienstwagen mit dem Stern in Valencia erstmals testen. Danach folgen laut Haug weitere Test in Jerez und Barcelona, bevor am 14. März die neue Saison in Bahrain startet.

Schumachers Konkurrenz zeigt sich schon jetzt angriffslustig. «Ich möchte die Weltmeisterschaft gewinnen. Das bedeutet, dass ich bester Deutscher werde. Aber es interessiert mich nicht, Bester der Deutschen zu sein. Denn ich will der Beste von allen sein», meinte Vize-Weltmeister Sebastian Vettel in einem Interview mit der offiziellen Formel-1-Portal «formula1.com». Sein Team Red Bull und er haben aus der vergangenen Saison seine Schlüsse gezogen. «Wir werden die Fehler von 2009 nicht wiederholen», versicherte der 22 Jahre alte Heppenheimer.

Schumachers einstiger Rivale und neuer Ferrari-Hoffnungsträger Fernando Alonso will – anders als der Deutsche – seine Formel-1- Karriere definitiv bei der Scuderia beenden. «Dies ist hundertprozentig mein letztes Team», sagte der Spanier beim traditionellen Saisonauftakt des italienischen Rennstalls in Madonna di Campiglio. Bei seinem ersten offiziellen Auftritt als Ferrari-Pilot betonte Alonso, dass er für das Duell mit seinem Vorgänger bereit ist. «Ich bin auf diese große Herausforderung vorbereitet. Ferrari ist in der ganzen Welt berühmt. Wir müssen gewinnen», forderte der 28-Jährige.