Archivierter Artikel vom 07.07.2010, 12:06 Uhr
Silverstone

Schumacher und Silverstone: Dem Tod nahe gefühlt

Silverstone, 11. Juli 1999: Michael Schumacher rast mit seinem Ferrari geradewegs in die Reifenstapel. Den Formel-1-Fans stockt der Atem.

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Wrack
Der zerstörte Rennwagen nach Michael Schumachers Unfall im Jahr 1999.

«Ich liege da und merke, wie ich mich wieder so ein bisschen fange und beruhige und fühle meinen Herzschlag. Und fühle plötzlich, wie mein Herzschlag immer weniger wird und plötzlich komplett aufhört», erinnerte sich Schumacher später. Nun kehrt er mit 41 Jahren an diesem Wochenende an den Ort seines schwersten Formel-1-Unfalls zurück. Und er sagt: «An Silverstone habe ich ganz unterschiedliche Erinnerungen, doch das Positive überwiegt und deshalb freue ich mich sehr auf dieses Rennen.»

Dreimal, 1998, 2002 und 2004, konnte er auf dem Kurs im motorsportverrückten England gewinnen. Von einem Sieg in diesem Jahr ist Schumacher eher weit entfernt. Nach zuletzt zwei Rennen ohne einen einzigen Zähler, Platz neun mit gerade mal 34 Punkten, tut ein Erfolgserlebnis für den Starpiloten des deutschen Mercedes-Teams Not, zumal die Werke auf der Insel den Auftritt auch zu einer Art Heimspiel machen.

«Ist ja klar, dass der Grand Prix in Silverstone ein ganz besonderes Rennen für uns ist. Hier sind wir ganz nah bei all denen, die sich in der Fabrik in Brackley wirklich die größte Mühe geben, damit wir uns nach unserem schwierigen Start in diese Saison steigern können», betonte Schumacher.

Nach dem taktischen Missgriff seiner Mannschaft in Valencia und einer Leistung, die laut Schumacher ebenfalls nicht so war wie erhofft, hält sich der siebenmalige Weltmeister mit Prognosen zurück. Es sei schwer zu sagen, «wie wir beim britischen Grand Prix abschneiden werden». Probleme bleiben der Speed in der Qualifikation und die Reifen.

Wenn die Motoren aufheulen, dürfte Schumacher derweil kaum mehr daran denken, was vor elf Jahren auf dem Kurs passierte. Er hatte sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen. 98 Tage später gab der damalige Ferrari-Pilot sein Comeback und einige Jahre danach einen Einblick in seine Gedanken an diesem 11. Juli 1999. «Und dann denke ich: Aha, so fühlt es sich wahrscheinlich an, wenn du dann auf dem Weg nach oben bist.» Er wisse nicht, wie lange er weg war oder ob es einfach nur eine eine Ohnmacht oder ein Schockzustand war. «Ich weiß nur, dass mein Herz aufgehört hat zu schlagen, von meinem Gefühl her. Es war eine interessante Erfahrung», sagte Schumacher.