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Berlin

Schröder-Kritik nach Italien-Pleite – Showdown gegen Spanien

dpa

Vor dem EM-Showdown gegen Spanien sorgt ein Taktikzoff zwischen Bundestrainer Chris Fleming und NBA-Profi Dennis Schröder für Unruhe im Lager der deutschen Basketballer.

Unzufrieden
Dennis Schröder war mit der Entscheidung von Coach Chris Fleming nicht einverstanden.
Foto: Lukas Schulze – dpa

Schröder kritisierte nach dem bitteren 82:89 (76:76, 41:42) gegen Italien die Entscheidung des Nationalcoaches, in der Schlussphase der Partie beim Stand vom 75:72 die Italiener mit einem Foul an die Freiwurflinie zu zwingen, anstatt auf die eigene Verteidigung zu vertrauen.

Bitter
Dirk Nowitzki und Co. gaben alles, aber verloren in der Verlängerung.
Foto: Lukas Schulze – dpa

«Wir hätten nicht foulen sollen. Doch der Trainer wollte es so, also haben wir es gemacht. Das finde ich nicht so smart», sagte der NBA-Profi von den Atlanta Hawks. Fleming wies die Aussagen kühl zurück. «Wenn wir danach unsere beiden Freiwürfe machen, ist die Sache gegessen», sagte der Nationalcoach mit Blick auf Schröder. Doch weil der Point Guard nur einen von zwei Freiwürfen nutzte, konnten sich die Italiener durch NBA-Star Danilo Gallinari fünf Sekunden vor dem Ende doch noch in die Verlängerung retten.

Antritt
Beobachtet von Dirk Nowitzki (r) zog NBA-Profi Dennis Schröder (l) gewohnt zum Korb.
Foto: Rainer Jensen – dpa

Trotz der dritten Niederlage im vierten Vorrundenspiel haben Nowitzki und Co. das Weiterkommen weiter in der eigenen Hand. Ein Sieg im abschließenden Vorrundenspiel gegen Spanien am Donnerstag reicht für den Einzug ins Achtelfinale im französischen Lille. «Wenn du Sportler bist und den Wettbewerb liebst, dann willst du so eine Situation: Win or go home», sagte Nowitzki mit Blick auf den Showdown gegen die bislang weit hinter den eigenen Erwartungen zurückgebliebenen Iberer.

Dreier
Heiko Schaffartzik (l) kommt beim Wurf des Italieners Alessandro Gentile zu spät.
Foto: Rainer Jensen – dpa

«Für dieses Spiel haben wir den ganzen Sommer gearbeitet», sagte Fleming. «Das ist ein Do-or-Die-Game, das bedeutet entweder, es geht nach Lille oder wir fahren nach Hause. Das wollen wir auf keinen Fall», sagte Center Tibor Pleiß. «Morgen müssen wir noch einmal die letzte Energie zusammenkratzen und angreifen.»

Teamgeist
Schröder (r) suchte Dirk Nowitzki als Passempfänger.
Foto: Lukas Schulze – dpa

In der Verlängerung gegen Italien vergaben sowohl Schröder als auch Superstar Dirk Nowitzki wichtige Würfe, so dass die deutsche Mannschaft ihren zweiten Sieg knapp verpasste. «Ich weiß aus der NBA, da machen wir das nicht», kommentierte Nowitzki die Foul-Diskussionen. «In Europa macht das jeder. Im Training haben wir das immer gemacht die letzten drei Wochen, wenn eine Mannschaft drei vor ist. Das Problem ist natürlich, dass du beide Freiwürfe treffen musst, wenn nicht, wird es halt schwer.»

Luftkampf
Paul Zipser (r) wird beim Korbleger von Marco Belinelli verteidigt.
Foto: Lukas Schulze – dpa

Die Leistung gegen Italien stimmt trotz des verpassten Sieges zuversichtlich. Nach der phasenweise desaströsen Vorstellung gegen die Türkei am Dienstag zeigte die deutsche Mannschaft die geforderte Reaktion und hatte die erfahrenen Italiener am Rande der Niederlage. Doch nach dem Seitenwechsel gab die DBB-Auswahl einen Zehn-Punkte-Vorsprung noch aus der Hand, so dass die Entscheidung in der Verlängerung fallen musste.

Superstar
Dirk Nowitzki (r) wurde oft in Doppeldeckung genommen.
Foto: Rainer Jensen – dpa

Dort hatte Schröder Pech, dass die Schiedsrichter ein vermeintliches Foul von Gallinari an ihm nicht ahndeten. Im Gegenzug traf NBA-Profi Marco Belinelli per Dreier zum 87:82. «Pfeift der Schiedsrichter das als Foul, geht Dennis an die Freiwurflinie und wir stehen ganz glücklich hier», sagte Fleming nach der Partie zu der für ihn entscheidenden Szene der Verlängerung.

Schröder, mit 29 Punkten bester Werfer im deutschen Team, bekam von Bundestrainer trotz der Kritik nach Spielschluss ein Kompliment. «Ich bin sehr stolz auf Dennis, wie er auf das Spiel gegen die Türkei reagiert hat.» Gegen die Türken hatte Schröder schwach gespielt und war dafür kritisiert worden. Fleming verwies aber auch auf die fehlende Erfahrung des selbstbewusst auftretenden Aufbauspielers. «Das ist Neuland für ihn. Die Spiele in Atlanta entscheidet er nicht, da ist er kein Starter. Und davor hat er in Braunschweig gespielt.»

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