Archivierter Artikel vom 10.08.2010, 15:22 Uhr

Schönheits-Chirurgen können Honoraranspruch verlieren

Koblenz/Berlin (dpa/tmn) – Patienten müssen eine Schönheits-Operation nicht bezahlen, wenn der persönlich verpflichtete Chefarzt nicht selbst operiert hat. So urteilte das Oberlandesgericht Koblenz (Aktenzeichen: 5 U 1309/07), wie die Deutsche Anwaltauskunft mitteilt.

Dies gelte auch dann, wenn der Eingriff sachgemäß und fehlerfrei verläuft. In diesem Fall ließ sich die Klägerin vor der Operation vom Chefarzt beraten. Sie vertraute ihm und wollte von ihm operiert werden. Nach dem Eingriff erfuhr sie, dass sie ihr neues Aussehen nicht dem Chefarzt, sondern einem angestellten Arzt zu verdanken hatte. Sie focht den Behandlungsvertrag wegen arglistiger Täuschung an und forderte das Honorar in Höhe von 7765 Euro zurück.

Das Gericht gab der Klage in zweiter Instanz zum größten Teil Recht. Da half auch der Hinweis des Chefarztes nicht, er hätte den persönlichen Eingriff nicht zugesagt. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass die ärztliche Pflichterfüllung bei einer freiwilligen Schönheitsoperation an den operierenden Chirurgen gebunden sei. Dies sei anders zu handhaben als bei medizinisch notwendigen Eingriffen. Da der Chefarzt die vertragliche Leistung nicht persönlich erbracht habe, habe er auch keinen Vergütungsanspruch. Das Geld müsse er der Klägerin zurückerstatten.

Webpräsenz der Deutschen Anwaltauskunft