Archivierter Artikel vom 23.08.2010, 12:54 Uhr
Genua

Schock vor 15-Millionen-Spiel: Auch Hunt fällt aus

15 Millionen statt ein paar hunderttausend Euro! Madrid, Mailand und Manchester statt Mogiljow und Motherwell! Vor dem Rückspiel in Genua beginnt bei Werder Bremen das große Zittern, denn es gab nach dem 1:4-Debakel beim Ligastart weitere Schreckensmeldungen.

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Ausfall
Werder Bremen muss in Genua auf Aaron Hunt (l) verzichten.

Aaron Hunt und Hugo Almeida sind am 24. August bei Sampdoria nach Naldo die Ausfälle Nummer zwei und drei. «Das sind herbe Verluste», sagte Clubchef Klaus Allofs vor dem Rückspiel der Champions-League-Qualifikation. Und Trainer Thomas Schaaf kommentierte: «Das tut uns weh.»

Vergeblich warteten die Kollegen am Bremer Flughafen auf Hunt. Der neue Regisseur nach dem Verkauf von Mesut Özil fehlte wegen eines Infektes beim Sonderflug WDL 210 ebenso wie der verletzte Angreifer Almeida. «In der Form des Hinspiels ist er schwer zu ersetzen», sagte Allofs mit Verweis auf den 3:1-Sieg am vergangenen Mittwoch. Er sagte aber auch: «Wir müssen uns nicht in die Hosen machen.

Die Zitterpartie in Genua wird für Trainer Thomas Schaaf zum Personal-Puzzle und erfordert möglicherweise taktische Umstellungen. Chancen dürfen sich vor allem der bisher auf der Bank sitzende Nationalspieler Marko Marin und der teure Neueinkauf Marko Arnautovic machen. In der Defensive ist Sebastian Prödl für den langzeitverletzten Naldo gesetzt.

«Er fehlt mit seinen Aktionen, die ein Spiel leiten können», sagte Schaaf über Hunt. Da er nun keinen klassischen Spielmacher mehr im Kader hat, könnte der Coach die Werder-Raute aufgeben und mit zwei «Sechsern» spielen. «Wir müssen darüber nachdenken», sagte Schaaf zur Frage nach taktischen Änderungen.

Zwei defensive Mittelfeldspieler könnten ohnehin die Antwort auf das Debakel beim Bundesliga-Start in Hoffenheim sein. «Wir müssen erheblich besser spielen», mahnte der Coach. Er bestritt indes, dass sein Team wie eine launische Diva auftrete. «Wir sind weder launisch noch eine Diva», sagte Schaaf.

«Wir müssen uns zusammenreißen», forderte Marin, der vor seinem Saisondebüt in der Startelf steht. Der bisher vornehmlich auf der Bank sitzende Dribbelkünstler verbreitete vor der Partie beim Vierten der italienischen Liga Optimismus. «Wir sind immer für ein Tor gut», sagte der Nationalspieler: «Wir müssen unser Spiel spielen.»

Kapitän Torsten Frings ist sich sicher: «Wir sind die bessere Mannschaft.» Die Ausgangslage ist für den Mittelfeldspieler klar: «Wir haben ein kleines Polster, das müssen wir verteidigen.» Vor Werder liegt durch den späten Gegentreffer im Hinspiel noch ein hartes Stück Arbeit. «Das Ergebnis haben wir uns versaut, wir können uns nicht ausruhen», erklärte Clemens Fritz mit Blick auf die Europapokal-Arithmetik. Schon bei einem 2:0 der Genuesen wäre Werder ausgeschieden und dürfte nur in der finanziell und sportlich deutlich weniger attraktiven Europa League spielen.