Archivierter Artikel vom 20.10.2010, 10:18 Uhr
Köln

Schnüffeln: Kinder über Risiken aufklären

Schnüffeln bis zum Tod: Experten sprechen dann vom «Sudden Sniffing Death Syndrome» (SSDS), erläutert Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln. Eltern sollten ihre Kinder vor den Risiken giftiger löslicher Stoffe warnen.

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Sie können beim tiefen Einatmen, dem sogenannten Schnüffeln, zu getrübtem Bewusstsein, Herzrhythmusstörungen, zum Ausfall des Atemzentrums im Gehirn oder Sauerstoffmangel und sogar zum Tod führen. «Im Haushalt sollten Eltern am besten keine lösungsmittelhaltigen Leime oder andere flüchtigen Stoffe aufbewahren, um zu vermeiden, dass Kinder damit experimentieren und diese Stoffe inhalieren.»

Vorbeugend auf die Gefahren des Schnüffelns aufmerksam zu machen, hält Fegeler nicht für sinnvoll, denn so wecken Eltern erst das Interesse und die Neugier der Kinder. «Doch die möglichen Wirkungen beim falschen Gebrauch von Klebstoffen und Leimen sollten Kinder kennen», sagt er.

Laut der Europäischen Schülerstudie ESPAD 2007 sterben ein Viertel der Schnüffelopfer beim ersten Schnüffelversuch. «Die Kinder berauschen sich mit unbekannten Stoffen, deren Wirkung sie nicht einschätzen können und deren Dosierung schwer zu kontrollieren ist», erklärt der Kinder- und Jugendarzt. «Besonders unkalkulierbar sind Artikel mit Treibgas, die sich direkt in die Nase und in den Rachen sprayen lassen.»

Auch Explosionen mit feuerentzündlichen Stoffen können zu Verletzungen führen. Butangas, Propangas und Raumsprays haben die meisten Todesfälle zur Folge, ergab eine amerikanische Studie. Demnach dienen mehr als 3400 Produkte aus dem Alltag zum Schnüffeln. Feuerzeuge, Deo-, Haarsprays, Campinggasflaschen, azetonhaltige Nagellackentferner, Farb- und Klebstoffe oder Verdünnungsmittel gehören dazu.

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