Archivierter Artikel vom 17.03.2011, 12:58 Uhr
Planica

Schmerzhaftes Finale für Bodmer – Malysz sagt ade

Für Pascal Bodmer kam das schmerzhafte Saisonende, noch ehe die große Abschiedsparty von Adam Malysz begann. Der 20-Jährige zog sich bei einem schweren Trainingssturz einen Bruch des Schulterkopffortsatzes zu.

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Abschied
Adam Malysz zeigt in Planica einen seiner letzten Sprünge.
Foto: DPA

Damit verpasst er beim Weltcupfinale in Planica den letzten Karriere-Auftritt von Polens Skisprung-Held Malysz. «Die Schmerzen sind zum Glück nicht so groß. Aber das habe ich zum Saisonende wirklich nicht gebraucht», sagte Bodmer. Bei seiner Bruchlandung kugelte sich Bodmer die linke Schulter aus, die in einem Krankenhaus in Ljubljana wieder eingerenkt wurde. Der WM-Teilnehmer aus Meßstetten reiste umgehend nach Deutschland zurück. Dort soll durch Teamarzt Marc Dorfmüller geklärt werden, ob die Verletzung konservativ behandelt werden kann oder eine Operation notwendig wird.

In der anschließenden Qualifikation kam für Richard Freitag und Stephan Hocke das sportliche Aus, so dass in den beiden Einzel-Wettbewerben nur vier deutsche Skispringer am Start sind. Severin Freund hinterließ in der Ausscheidung mit 208,5 Metern den besten Eindruck. Zudem sind Martin Schmitt, Michael Neumayer und Maximilian Mechler dabei, wenn Malysz seine glanzvolle Karriere beendet.

Nachdem bei der WM in Oslo bereits Michael Uhrmann sowie der Schweizer Andreas Küttel ihre Laufbahn beendet hatten und Finnlands Ass Janne Ahonen in der Vorwoche in Lahti zum zweiten Mal in den Ruhestand gegangen war, stellt nun auch Malysz seine Ski endgültig in die Ecke.

Der kleine Pole avancierte mit 39 Weltcupsiegen – den meisten nach Matti Nykänen (46) -, vier WM-Titeln sowie vier Olympiamedaillen zu einem ganz Großen der Szene. Er wurde zudem viermal Gesamt-Weltcupsieger und gewann 2000/01 die Vierschanzentournee. Martin Schmitt lobte den sympathischen Familienvater aus Wisla einst: «Ich habe das Gefühl, er hat das Skispringen weiterentwickelt.»

In seiner Heimat ist Malysz längst ein Volksheld. Er wurde mit Orden dekoriert, die Schanze in seinem Heimatort trägt seinen Namen und sogar ein alkoholisches Mix-Getränk wurde nach ihm benannt. Für seinen Rücktritt führte der 33-Jährige einen plausiblen Grund an. «Mein Körper ist müde geworden. Es war stets mein Traum, in Topform zurückzutreten. So wie Jens Weißflog, mein großes Vorbild», sagte Malysz in Oslo.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Ausgerechnet beim letzten Weltcupstart fehlt sein langjähriger Trainer Hannu Lepistö. Der Finne hatte Malysz nach zwei schwachen Jahren seit 2009 noch einmal an die Weltspitze zurückgeführt. «Er ist der Schlüssel zum Erfolg», würdigte Malysz seinen Privatcoach. Der konnte die Reise nach Slowenien wegen Herzproblemen aber nicht antreten.