Archivierter Artikel vom 30.11.2011, 10:25 Uhr

Schluss mit rissigen Händen im Winter

Berlin (dpa/tmn). Die Haut an den Händen ist im Winter besonders empfindlich. Sie wird dann leicht trocken und manchmal rissig. Die richtige Pflege kann das verhindern. Cremes mit einer Wasser-in-Öl-Emulsion helfen dabei oft weiter.

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Schluss mit rissigen Händen im Winter
Erste Hilfe für trockene Hände: Im Winter sind vor allem Cremes mit einer Wasser-in-Öl-Emulsion zu empfehlen. (Bild: Kai Remmers/dpa/tmn)
Foto: DPA

Sie fühlen sich trocken an, werden rissig und rot. Und manchmal können sie sogar Ekzeme bekommen: Im Winter machen sich die Hände oft bemerkbar. Während viele Menschen im Sommer einfach nur eine Handcreme benutzen, muss man sich in den kalten Monaten meist mehr Gedanken um die richtige Pflege machen.

Wer trockene Hände hat, habe oft auch eingerissene Fingernägel oder trockene Haut im Gesicht, sagt die Kosmetikerin Gabriele Häusler, Vorsitzende des Landesverbandes Berlin-Brandenburg vom Bundesverband Deutscher Kosmetiker/innen. «Die Haut ist aus mehreren Schichten aufgebaut und hat außen eine Hornschicht», erklärt die Hautärztin Gertraud Kremer, Mitglied des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen in Berlin. An der Handinnenseite sei diese Hornschicht besonders dick, da sie die Hand besser schützen soll. «Wenn die Hornschicht austrocknet, zum Beispiel durch trockene Luft, wird sie rissig.» Genau das passiere im Winter vermehrt.

Außerdem gibt es unter der Haut Talgdrüsen. «Wenn die Temperaturen jedoch unter plus sieben Grad kalt fallen, wird die Produktion in den Talgdrüsen etwas heruntergefahren», sagt Kremer. Es wird weniger Talg produziert – und auch weniger auf die Haut transportiert. «Auch das macht die Haut trockener und rissiger.»

Im Winter ist die Haut aber nicht nur durch Kälte herausgefordert, wie Gabriele Häusler betont. «Man trinkt oft weniger als im Sommer, und die Luft ist trockener – auch das setzt der Haut an den Händen zu.» Eine Handcreme kann da helfen. «Im Winter sind Cremes mit einer Wasser-in-Öl-Emulsion ideal», sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. Das seien eher fettige Cremes, die man nicht einfach wieder mit Wasser abwaschen könne. «Das Fett in den Cremes hält auch im Alltag Wasser ab, was gerade im Winter wichtig ist.» Denn Feuchtigkeit wie durch Regen, Schnee oder Nebel leite auch an den Händen die Kälte.

Gut seien Cremes mit Feuchtigkeitsfaktoren. «Dazu gehören zum Beispiel Harnstoff oder Glycerol», erklärt Sellerberg. «Sie sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit in der Haut bleibt.» Wer mehr für seine Hände tun will, kann ihnen eine Pflegepackung gönnen. «Man kann am Abend zum Beispiel die Hände 20 Minuten lang in ein warmes Tuch wickeln und darunter eine dicke Schicht der Handcreme einreiben», sagt Gabriele Häusler.

Ohne Handschuhe geht im Winter draußen fast nichts. «Dabei muss man ausprobieren, was den eigenen Händen gut tut», sagt Häusler. Während die einen auf Fleecehandschuhe schwören, schwitzen andere darin. «Man sollte Materialien nehmen, die Atmung zulassen und Feuchtigkeit wie Schweiß nach außen lassen.»

Berufsverband der Deutschen Dermatologen

Bundesverband Deutscher Kosmetiker/innen

Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

Die richtige Seife

Hände werden oft durch falsche Reinigung trocken. «Herkömmliche Seifen haben meist einen anderen pH-Wert als die Haut, so dass die Haut nach dem Waschen alkalischer wird, als sie eigentlich ist. Das schädigt den hauteigenen Säureschutzmantel», erklärt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. «Dadurch quillt auch die obere Hornschicht auf – und die Haut wird rau.» Vermeiden lasse sich das, indem man nach dem Waschen die Hände eincremt oder Seife verwendet, die den pH-Wert der Haut imitiert, also etwa einen pH-Wert 5 hat.