Archivierter Artikel vom 26.09.2012, 11:25 Uhr

Schlechtes Gewissen gehört bei Trennung dazu

Essen (dpa/tmn). Ist die Beziehung vorbei, wissen ehemalige Partner oft nicht, wie sie miteinander umgehen sollen. Macht zum Beispiel ein weiteres klärendes Gespräch noch Sinn? Gut fährt, wer dann auf seinen Bauch hört.

Kurz nach einer Trennung fällt es Ex-Partnern häufig schwer, die eigenen Bedürfnisse über die des anderen zu stellen. Einer der beiden will beispielsweise noch einmal seine Sichtweise zum Scheitern schildern, der andere lehnt das ab – etwa weil er das Gefühl hat, ein Gespräch wecke beim anderen nur wieder Hoffnungen. Ein schlechtes Gewissen meldet sich dabei manchmal trotzdem. Denn schließlich verweigert man dem anderen die Chance, sich zu erklären. «Diese Abgrenzung fällt schwer», sagt Diplompsychologe Rüdiger Wacker.

Häufig fühlten sich Ex-Partner dem anderen noch zu Loyalität verpflichtet und hätten nun das Gefühl, sie oder ihn zu verletzen. Gewissensbisse zu haben sei aber normal und gehöre zum Trauerprozess dazu. Positiv gewendet drückten die Schuldgefühle sogar aus: «Mir ist unsere Trennung nicht gleichgültig», sagt Wacker. Partner sollten in erster Linie versuchen, auf ihr Bauchgefühl zu hören. Rate es von einem nochmaligen Gespräch ab, sollten sie darauf vertrauen. Das schlechte Gewissen lasse mit der Zeit nach.