Archivierter Artikel vom 01.09.2010, 10:22 Uhr
Köln

Schlafstörung bei Kindern: Restless-Legs-Syndrom?

Schlafstörungen können bei Kindern manchmal auf Missempfindungen in den Beinen beruhen. Kommt dazu der Drang, die Beine zu bewegen, können sich dahinter «Zappelbeine» verbergen – auch Restless-Legs-Syndrom (RLS) genannt.

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«Das Restless-Legs-Syndrom ist bei Kindern zwar seltener als bei Erwachsenen und weniger ausgeprägt», sagt Prof. Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln. Doch wenn unangenehme Gefühle in den Beinen länger als ein halbes Jahr immer wieder den Schlaf stören und auch von Familienangehörigen bekannt ist, dass sie unter RLS leiden, könnte eine schlafbezogene Bewegungsstörung vorliegen.

«Eltern sollten dem behandelnden Kinder- und Jugendarzt in jedem Fall davon berichten, wenn das Kind unter Schlafstörungen und/oder Schmerzen in den Beinen leidet», rät Nentwich. Zum einen müssten andere Ursachen wie Wachstumsschmerzen, Knochenkrankheiten oder rheumatische Erkrankungen, ausgeschlossen werden. «Und zum anderen ist es wichtig – je nach Diagnose – nach Methoden zu suchen, die den Schlaf verbessern und dadurch auch die Tagesmüdigkeit und den Konzentrationsmangel beheben.»

Entspannungsverfahren, Massagen, Duschen sowie eine gute Schlafhygiene mit regelmäßigen Schlafenszeiten können das RLS bei Kindern lindern. Sollten diese nicht-medikamentösen Methoden wenig Erfolg bringen, kann der Kinder- und Jugendarzt eventuell zur Einnahme von Magnesium, Eisen, Kalzium oder Melatonin raten. Etwa 2 Prozent der Kinder vom Grundschulalter bis zur Volljährigkeit sind in Deutschland von RLS betroffen. Es tritt in bis zu 75 Prozent der Fälle familiär gehäuft auf.