Archivierter Artikel vom 05.08.2010, 09:58 Uhr
München

Schieß-WM: Trübe Aussichten auf Medaillen

Die deutschen Medaillenchancen bei der Schieß-Weltmeisterschaft sind weiter rapide gesunken. Auch nach neun von 15 olympischen Disziplinen steht Gastgeber Deutschland ohne Podestplatzierung im Einzel da.

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Ralf Schumann zielt mit der Schnellfeuerpistole.

Die Doppeltrap-Schützen um Routinier Waldemar Schanz (Wiesbaden) verpassten das Finale. Der EM-Dritte von 2008 leistete sich in der letzten Serie drei Fehlschüsse und hatte mit insgesamt 143 Scheiben keine Chance mehr. Auch Andreas Löw aus Weinberg sowie Lokalmatador Michael Goldbrunner (Geretsried), der sich selbst eine Finalteilnahme als Ziel gesetzt hatte, landeten abgeschlagen im Feld. «Schanz hat das gezeigt, was er im Training angedeutet hat. Mit ein wenig Glück reicht es fürs Finale», meinte Bundestrainer Wilhelm Metelmann.

Bangen um eine Finalteilnahme müssen auch der dreimalige Olympiasieger mit der Schnellfeuerpistole, «Schützen-Schumi» Ralf Schumann vom SSZ Suhl, der mit seiner ersten Serie nicht wie gewohnt in den Wettkampf fand. Mit nur 288 Ringen steht er vor der zweiten und entscheidenden Qualifikationsrunde am 6. August mächtig unter Druck. «Wir müssen uns gewaltig steigern und die Konkurrenz muss uns dabei mächtig entgegenkommen, wenn wir noch ins Finale einziehen wollen», sagte Pistolen-Bundestrainer Peter Kraneis. Auch der Olympia-Dritte von Peking 2008, Christian Reitz aus Frankfurt/Main muss mit 288 Ringen um die Finalteilnahme zittern.

So ruhen die großen Hoffnungen des Deutschen Schützen-Bundes (DSV) wieder einmal auf Sonja Pfeilschifter aus Ismaning, die mit den Sportgewehr-Schützinnen im nicht-olympischen Team-Wettbewerb WM-Silber gewann. In der Disziplin Dreistellungskampf musste sie sich mit Barbara Lechner (Furth) und Eva Friedel (Münstertal) mit einem Punkt Rückstand nur den US-Amerikanerinnen (1758 Ringe) geschlagen geben. Auf Rang drei kam die Mannschaft aus Serbien mit 1754 Ringen. Für den Gastgeber war es nach Team-Gold im Luftgewehr der Frauen die zweite Mannschaftsmedaille.