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Frankfurt/Main

Schiedsrichter-Reform als Aufbruch zu neuen Ufern

dpa

Mit der Verabschiedung der Schiedsrichter-Reform will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zu neuen Ufern aufbrechen und einen Schlussstrich unter die Affäre um Michael Kempter und Manfred Amerell ziehen.

Auf dem Außerordentlichen Bundestag in Frankfurt am Main geht es allerdings nicht um handelnde Personen, sondern ausschließlich um die inhaltliche Neuordnung des Schiedsrichterwesens.

Der personelle Neuanfang ist erst für den 21. Mai terminiert. Dann wird Herbert Fandel die Nachfolge von Schiedsrichter-Boss Volker Roth antreten. Der 68-Jährige gibt den Posten nach heftiger Kritik an seiner Rolle in der Affäre am Saisonende auf. «Das gehört nicht zum Bundestag. Der komplette Schiedsrichter-Ausschuss bleibt bis zur nächsten DFB-Präsidiumssitzung im Amt. Dann stehe ich bereit», sagte Fandel in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

An seiner Inthronisierung bestehen genauso wenig Zweifel wie an der Absegnung der von ihm auf den Weg gebrachten Reform durch die 261 stimmberechtigten Mitglieder. Allerdings ist nicht damit zu rechnen, dass der Außerordentliche Bundestag in völliger Harmonie verläuft. Vor allem aus den Reihen ehemaliger Schiedsrichter wurde im Vorfeld Kritik laut. Markus Merk sieht in der Reform «Aktionismus», Siegfried Kirschen bezeichnete die von DFB-Präsident Theo Zwanziger einberufene Veranstaltung in einem Frankfurter Flughafen-Hotel sogar als Beleidigung für alle Schiedsrichter in Deutschland.

Kirschen, der 1986 und 1990 insgesamt neun WM-Spiele pfiff und heute Chef des Brandenburgischen Fußball-Verbandes ist, sieht die Unparteiischen nach dem Fall des früheren Schiedsrichter-Ausschuss- Mitglieds Amerell einem Generalverdacht ausgesetzt. «Man darf nicht allen Schiedsrichter-Funktionären in Deutschland mehr oder weniger unterstellen, dass es solche Abhängigkeitsverhältnisse gibt, die sich ungesund auf die Arbeit mit den Schiedsrichtern auswirken, nur weil eine Person ihr Amt missbraucht hat», sagte Kirschen der «Sport Bild».

Um Brisanz aus dem Außerordentlichen Bundestag zu nehmen, traf sich Zwanziger mit den 21 Schiedsrichter-Obmännern der Landesverbände. Denn den Imageschaden, der durch die Affäre verursacht wurde, müssen in erster Linie die 80 000 ehrenamtlichen Referees an der Basis ausbaden. Zudem halten etliche Delegierte das Treffen, für das der DFB rund 400 000 Euro berappen muss, für überflüssig. Allen voran Ligapräsident Reinhard Rauball, der bereits vor Monatsfrist verkündete: «Wir hätten auf den Bundestag verzichten können.»

Zwanziger bestand jedoch darauf, so dass die von Fandel gemeinsam mit DFB-Abteilungsleiter Lutz Michael Fröhlich, DFB-Direktor Stefan Hans und DFL-Vertreter Hellmut Krug erarbeitete Reform nun einem großen Gremium zur Abstimmung vorgelegt wird. Zur Verabschiedung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig. Die Satzungsänderungen sollen am 21. Mai in Kraft treten.

Die Kernpunkte des 36 Seiten umfassenden Arbeitspapiers: Professionellere Betreuung der Schiedsrichter, Besetzung der entscheidenden Stellen mit neutralem Personal, transparente und offene Kommunikation mit Personen innerhalb des Fußballs. Zu bestimmten Spielen soll es keine Wunschansetzungen mehr geben und das für die Benotung der Schiedsrichter zuständige Beobachter-Personal noch besser geschult werden. «Wir haben unsere Arbeit gemacht und einen bestmöglichen Vorschlag unterbreitet», sagte Fandel.

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