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Stuttgart

Sandhausen-Boss: Neue Vorwürfe gegen Schuon

dpa

SV Sandhausens Präsident Jürgen Machmeier hat seinem in den Fußball-Wettskandal verwickelten Ex-Spieler Marcel Schuon einen noch unbekannten Manipulationsversuch unterstellt.

«Wir sind überzeugt, dass auch bei unserem Hinspiel in Aue nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Aber leider können wir ihm das nicht nachweisen», sagte der Chef des Drittligisten den «Stuttgarter Nachrichten» mit Blick auf das 1:3 bei Erzgebirge Aue am 19. September 2009. Schuons Anwalt Siegfried Kauder reagierte empört. «Wenn man so etwas behauptet, muss man es auch beweisen können. Sonst ist es eine reine Unterstellung und somit gelinde gesagt ungehörig», sagte der Jurist der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Schuon hatte im November bei der Staatsanwaltschaft Bochum ausgesagt, dass er vor seinem Wechsel nach Sandhausen noch als Profi des VfL Osnabrück mit einem Auftraggeber eine Spielmanipulation verabredet hatte. Zu dieser sei es aber nicht gekommen. Gegen die nach diesem Eingeständnis vom SV ausgesprochene fristlose Kündigung im November 2009 hat Schuon geklagt. Ein diesbezüglicher Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Heidelberg ist für diesen Freitag angesetzt. Einem Verlegungsantrag Kauders wurde bislang nicht stattgegeben.

Auf die neuen Vorwürfe müsse sein Mandant nicht reagieren, solange Machmeier diese nicht konkretisiere. «Wenn, dann muss jemand Ross und Reiter nennen und die Situation dingfest machen und so etwas nicht ins Blaue hinein behaupten», erklärte Kauder. «Für Marcel Schuon besteht keinerlei Rechtfertigungsdruck. Derjenige, der so etwas vorträgt, muss den Beweis führen können.»

Für den Rechtsstreit um Schuons Kündigung gaben sich beide Seiten siegesgewiss. «Wir werden nicht unterliegen», betonte Machmeier in den «Stuttgarter Nachrichten». «Wer sagt, wir können diesen Prozess nicht gewinnen, sieht sich mächtig getäuscht», entgegnete Kauder.

Machmeier kann Kauders Vorgehen dagegen nicht nachvollziehen. «Er sollte seinen Mandanten doch lieber schützen, anstatt gegen uns auf Wiedereinstellung zu klagen», sagte er. «Marcel Schuon hat immerhin ein Verbrechen am Fußball begangen. Jeder Sportler, der einen Gerechtigkeitssinn hat, ist stinksauer auf ihn.» Sollte der SV dennoch unterliegen, schließt Machmeier eine Rückkehr Schuons nicht aus: «Bevor ich ihm Geld bezahle, soll er halt wieder mittrainieren.»

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