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    RZ-Kommentar: Limburger Amtsführung passt nicht zum Papst

    Nicht nur zwischen den Zeilen ist beim Auftritt des ersten deutschen Bischofs deutlich geworden, was er von der Amtsführung seines Limburger Kollegen Franz-Peter Tebartz-van Elst derzeit hält.

    Rena Lehmann
    Rena Lehmann

    Rena Lehmann kommentiert

    Die Ankündigung von Robert Zollitsch, nächste Woche in einer Audienz mit Papst Franziskus in der Angelegenheit persönlich zu sprechen, lässt vermuten, dass der Limburger Geistliche längst nicht mehr selbst über sein Schicksal zu entscheiden hat. Zollitsch machte keinen Hehl daraus, dass die Verschwendungsvorwürfe in Limburg auch keine regionale Angelegenheit mehr sind, sondern die katholische Kirche in Gänze treffen. Eine Auseinandersetzung über Protz und Prunk ihrer Würdenträger ist so ziemlich das Letzte, was sie derzeit brauchen kann.

    Erst gerade war so etwas wie ein zaghafter Aufwind unter den Gläubigen im Land zu verspüren. Das Verhalten des Tebartz-van Elst wirken da wie aus der Zeit gefallen. Der neue Papst Franziskus hat in den wenigen Monaten seit seinem Amtsantritt wieder Menschen für seine Kirche interessiert, die sich bereits resigniert abgewendet hatten. Missbrauchsvorwürfe, Reformstau und der Eindruck, dass die Distanz zwischen den kirchlichen Würdenträgern und der Lebenswirklichkeit der Menschen immer größer geworden ist, hatten der Kirche in Deutschland zuletzt erheblich zugesetzt. Papst Franziskus hat es in kurzer Zeit geschafft, sogar über seine Kirche hinaus wieder Neugierde und Begeisterung zu wecken. Vor der Demut und Zuwendung, die er gegenüber Menschen am Rande der Gesellschaft zeigt, ziehen viele ihren Hut. Er vermittelt durch einfache Gesten, dass die katholische Kirche auch heute noch Mut und Zuversicht geben kann. Dass sie nicht ausschließt, sondern einbeziehen kann. Und er hat die Tür geöffnet für Veränderungen in für viele so entscheidenden Fragen wie die Rolle der Frau in der katholischen Kirche oder den Umgang mit Geschiedenen. Plötzlich scheint hier Bewegung möglich.

    Dazu allerdings passt nichts von dem, was in den vergangenen Wochen aus dem Limburger Bistum bekannt wurde. Ein millionenteurer Amtssitz in Zeiten, wo andernorts Fördervereine für den Erhalt ihrer Kirchen sammeln, der Erste-Klasse-Flug - all das wirkt gegenüber der von Papst Franziskus gezeigten Demut vor seinem Amt völlig unangebracht.

    E-Mail: rena.lehmann@rhein-zeitung.net

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