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Moskau

Russische Justiz ermittelt nach Olympia-Pleite

dpa

Nach Russlands historischer Olympia-Pleite in Vancouver ermittelt die Moskauer Justiz wegen massiven Betrugs bei der Vorbereitung auf die Winterspiele. Dabei geht es vor allem um Geld, das eigentlich hätte für das Training der Leistungssportler ausgegeben werden sollen.

Die russische Staatsanwaltschaft bestätigte nach Angaben der Agentur Interfax, dass der Rechnungshof des Landes insgesamt zwölf Strafanzeigen erstattet habe. Die Vorwürfe würden nun geprüft. Er rechne fest mit einer Anklage der betroffenen Funktionäre, sagte Rechnungshof-Chef Sergej Stepaschin.

Russland hatte bei den Winterspielen insgesamt nur Platz elf im Medaillenspiegel erreicht. Das war das schlechteste Ergebnis der stolzen Sportnation, die 2014 in dem Schwarzmeerkurort Sotschi selbst Winterspiele austragen wird. Der russische Präsident Dmitri Medwedew hatte daraufhin die verantwortlichen Sportfunktionäre, die er als «vollgefressene Kater» bezeichnet hatte, zum Rücktritt aufgefordert. Sportminister Vitali Mutko, ein enger Freund von Regierungschef Wladimir Putin, hatte jedoch persönliche Konsequenzen abgelehnt.

Nach Angaben von Rechnungshof-Chef Stepaschin hatte Mutko auch Untersuchungen der Behörden als «sinnloses Stochern im Nebel» kritisiert. «Präsident Medwedew ist da aber wohl anderer Meinung», sagte Stepaschin der Zeitung «Komsomolskaja Prawda» (Donnerstag). Es gehe aber nicht darum, «jemanden zum Rücktritt zu drängen», sondern um eine ordentliche Vorbereitung der nächsten Spiele, betonte er. Medwedew hatte auch erklärt, dass er nachhelfen wolle, wenn jemand selbst seine Fehler nicht einsehe.

Der Rechnungshof kritisiert in seinem 70-seitigen Untersuchungsbericht, dass etwa Verwandte von Sportfunktionären auf Staatskosten reisten, nicht aber die Trainer der Olympia-Teilnehmer. Stattdessen seien «Trainer» ohne ausreichende Qualifikation nach Vancouver geflogen. Zudem habe es beim Ankauf von Sportartikeln ein «Betrugsschema» gegeben. Medien hatten zudem berichtet, dass Minister Mutko auf Staatskosten für 1500 Dollar (1150 Euro) pro Nacht im Hotel lebte und im Schnitt täglich fünfmal frühstückte. Eine Firma hatte russischen Fans Tickets zum Elffachen des Normalpreises verkauft.

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