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Frankfurt/Main

Rummenigge mahnt DFB: Brauchen Ruhe, nicht Unruhe

Nach wilden Wochen mit der gescheiterten Vertragsverlängerung von Joachim Löw und dem Schiedsrichter-Skandal hat Karl-Heinz Rummenigge den Deutschen Fußball-Bund zu Ordnung und Ruhe gemahnt.

Fußball-Oberhaupt
DFB-Boss Theo Zwanziger erfährt Rückendeckung aus der Bundesliga.

«Es war zu turbulent, was da im DFB passiert ist. Ich wünsche dem DFB jetzt Ruhe. Der DFB muss sich dringend auf die WM vorbereiten», sagte der Vorstandschef des FC Bayern München im ZDF-«Sportstudio». DFB-Präsident Theo Zwanziger hat nach dem Fall Manfred Amerell seine Haut retten können und will aus seinen Fehlern lernen. «Die Nationalmannschaft braucht jetzt auch ganz einfach Ruhe und eben nicht die Unruhe», forderte Rummenigge.

Nach der Rückendeckung durch Präsidium und Vorstand kündigte Zwanziger an, sich in Zukunft etwas zurückzunehmen. «Weniger Macht ist gut, weniger Öffentlichkeit ist gut, mehr delegieren ist gut. Ich will versuchen, das umzusetzen», sagte der 64-Jährige, der die Vertrauensfrage gestellt und dabei breite Rückendeckung erhalten hatte. Sichtlich erleichtert zeigte sich der Jurist danach: «Der DFB braucht einen Präsidenten, der Respekt und Anerkennung genießt.» Allerdings war der Chef des mit 6,7 Millionen Mitgliedern weltgrößten Sportfachverbandes in den Sitzungen auch ordentlich durch die Mangel gedreht worden. «Wir haben in selten offener und auch deutlicher Form nicht nur die Dinge besprochen, die gut laufen», erklärte Reinhard Rauball, der Präsident der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Wie Franz Beckenbauer («Es muss jetzt Schluss sein mit diesen Nebenkriegs-Schauplätzen und Eitelkeiten. In ein paar Wochen haben wir WM») hoffen nun die Bundesliga-Vertreter auf ein Ende der Schlammschlacht zwischen Amerell und dem Kronzeugen Michael Kempter. Der Senkrechtstarter unter den Schiedsrichtern und drei weitere Unparteiische werfen dem einstigen DFB-Funktionär Amerell sexuelle Belästigung vor, der dies stets bestritten hat. «Natürlich ist das nicht schön, aber wenn die Lawine kommt, dann kommt sie und kann nicht aufgehalten werden, in der Bundesliga nicht und nicht beim DFB. Jetzt ist die Lawine ins Tal gegangen», sagte Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen.

Weil Amerell kein Amt mehr im DFB hat, erklärte Zwanziger den Vorgang für «absolut abgeschlossen» – obwohl der DFB angekündigt hatte, ihn wegen übler Nachrede und Verleumdung anzuzeigen. Auch die die Nachwirkungen für das Schiedsrichterwesen wird der Präsident in den kommenden Wochen weiter mit bewältigen müssen.

Auf dem Außerordentlichen Bundestag in Frankfurt am Main am 9. April soll der ehemalige Spitzen-Referee Herbert Fandel zum neuen Vorsitzenden des Schiedsrichter-Ausschusses gewählt werden und damit die Nachfolge von Volker Roth antreten, der wegen seines zögerlichen Handelns ebenfalls in die Kritik geraten ist. Dafür muss der 68- jährige Roth aber zunächst in einen vorzeitigen Rückzug einwilligen. Bislang hat er stets darauf gepocht, erst beim turnusgemäßen Bundestag im Oktober den Stabwechsel vollziehen zu wollen.

«Ich vertraue darauf, dass Herr Zwanziger ein Gespräch mit Herrn Roth sucht, ob es möglich ist, dass er sein Amt am 9. April an Herrn Fandel übergibt», sagte Rauball. Dass Roth nicht sofort abberufen wird, begründeten Zwanziger und Rauball mit den Verdiensten des früheren Top-Schiedsrichters. «Sicher hat er das Schiedsrichterwesen nicht mit der Offenheit geführt, wie wir das jetzt machen wollen. Eine Abberufung wäre aber das schärfste Mittel», sagte Rauball, der einst sogar von einem «Geheimbund» gesprochen hatte.

Zudem will die Liga nicht noch mehr Unruhe unter den Unparteiischen. «Jetzt etwas zu ändern, wäre reiner Aktionismus. Rainer Koch hat sein Amt schon zur Verfügung gestellt, Eugen Strigel wird es tun, Manfred Amerell ist auch weg. Wir müssen auch sehen, dass es funktionsfähig bleibt», sagte Rauball.

Fandel hatte gemeinsam mit DFB-Abteilungsleiter Lutz Michael Fröhlich und Hellmut Krug von der DFL ein Konzept erarbeitet und dieses dem Präsidium vorgestellt. Bei den Schiedsrichter-Ansetzungen soll künftig jegliche Art der Multifunktionalität vermieden werden, die Benotung durch die Schiedsrichterbeobachter an Bedeutung verlieren. «Eine Ämterhäufung kann nicht mehr sein. Es kann nicht mehr sein, dass Ansetzen, Beobachten, Beurteilen in einer Hand liegt», meinte Zwanziger. In den kommenden Wochen sollen die Ideen des Trios mit den DFB-Juristen zu Papier gebracht und am 9. April dann endgültig verabschiedet werden.

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