Archivierter Artikel vom 10.06.2020, 13:10 Uhr

Achtung, Vogelbrut!

Rückschnitt von Hecken frühestens ab Ende Juli

Das Naturschutzgesetz erlaubt den Sommer über Heckenschnitte – zumindest, wenn man die grüne Wand nur in Form bringen möchte. Tierschützer raten aber, auch darauf noch zu verzichten.

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Heckenschnitt im Sommer
Zuwachs entfernen, mehr nicht: Den Sommer über sind nur Pflegeschnitte von Hecken erlaubt.
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn). Eine zu groß und breit gewordene Hecke sollte man erst ab Ende Juli zurückschneiden. Dazu rät der Naturschutzbund Hamburg. Denn aktuell brüten noch Vögel in dem grünen Dickicht, und Jungvögel werden gerade erst flügge – eine sensible Zeit für die Eltern.

Diese könnten sich durch den Schnitt so sehr gestört fühlen, dass sie ihre Brut aufgeben. Außerdem können Jäger in lichteren Hecken leichter Nester entdecken und zugreifen.

Geduldige Gärtner müssen nur einmal schneiden

Aber auch mit Blick auf die Pflanzen ist es besser, noch etwas zu warten. Denn in der zweiten Junihälfte legen viel von ihnen noch mal ordentlich zu – man erspart sich mit etwas mehr Wartezeit also einen zweiten Schnitt.

Erlaubt sind im Sommer ohnehin nur Pflegeschnitte – also das Entfernen von Zuwachs. Aber nicht mehr. Denn wer Sträucher und auch Bäume und Sträucher radikal kürzen oder komplett entfernen will, muss bis Oktober damit warten. Zwischen 1. März und 30. September ist es laut Bundesnaturschutzgesetz verboten.

Bußgeld droht

Diese Regelung soll Tiere schützen, die in Bäumen, Hecken und Sträuchern Rückzugsorte und Nahrung finden. Das Verbot umfasst das Zerstören, Roden und starke Zurückschneiden von Hecken, Wallhecken, Gebüschen sowie Röhricht- und Schilfbeständen in Siedlungen und in der freien Landschaft. Verstöße können ein hohes Bußgeld zur Folge haben.