Archivierter Artikel vom 10.08.2010, 13:20 Uhr

Rübenkraut ist kein Abfallprodukt

Neuwied (dpa/tmn). Zuckerrübensirup, auch Rübenkraut genannt, ist kein Abfallprodukt bei der Herstellung von Kristallzucker. Darauf weist die Fachzeitschrift «Lebensmittel Praxis» (Ausgabe 14/15/2010) hin.

Der Kristallzucker werde zwar auch aus der Zuckerrübe gewonnen, durchlaufe aber ein anderes Verfahren. Der Hauptunterschied liege darin, dass bei der Rübenkrautherstellung sämtliche Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Kohlenhydrate und Mineralstoffe erhalten bleiben. Beim Kristallzucker sei dagegen nur die Saccharose erwünscht.

Hergestellt wird das Rübenkraut aus geschnitzelten Zuckerrüben, aus denen der Saft gepresst und ohne chemische Zusätze eingedickt wird. Der Name «Kraut» stammt von der ursprünglichen Verwendung der Runkelrübe, erläutert die Zeitschrift: Bevor diese wegen ihres hohen Zuckergehalts als Ersatz für das teure Zuckerrohr entdeckt wurde, sei sie auch als Gemüse, als Kraut, verwendet worden.

Als sie später als Rohstoff für den süßen Sirup genutzt wurde, sei dieser im Rheinland einfach weiterhin als «Kraut» oder «Krut» bezeichnet worden. Die Rezepturen für heute in ganz Deutschland hergestellten Apfel-, Birnen- und Rübenkraut stammten ursprünglich von dort.