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    Rodel-König Loch holt erstes deutsches Gold

    Krasnaja Poljana (dpa) – Ausgelassen wie nie feierte Überflieger Felix Loch seinen zweiten Olympia-Triumph. Völlig losgelöst herzte der Rodel-König in der Eisrinne des Sanki Sliding Centre seine Freundin Lisa und bescherte den deutschen Athleten das ersehnte erste Gold bei den Winterspielen.

    Gold-Felix
    Felix Loch jubelt nach seinem Sieg in Sotschi.
    Foto: Fredrik von Erichsen – DPA

    «Überwältigend, das ist einfach nur geil», sagte Loch. «Das ist die Krönung einer perfekten Saison.» Wie vier Jahre zuvor bei seinem Olympia-Sieg von Vancouver ließ der 24-Jährige in vier Läufen der Konkurrenz keine Chance. Angefeuert von seiner Freundin Lisa und Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer sorgte der junge Berchtesgadener damit für die erhoffte Initialzündung bei den deutschen Rodlern. Mit einem weiteren Coup am Donnerstag in der Team-Staffel kann Loch nun zu seinem Vorbild Georg Hackl, der dreimal Gold einfuhr, aufschließen. Nach der Blumenzeremonie drückte ihn die Rodel-Legende an die Brust. «Das ist ein guter Start fürs ganze Team», lobte Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes. «Ein Vorzeigeathlet, einer wie man ihn sich backen möchte.»

    Nach Anfangsschwierigkeiten landete Loch im Flutlicht-Rennen von Krasnaja Poljana einen überlegenen Sieg. Russlands Altmeister Albert Demtschenko lag vor den Augen von IOC-Präsident Thomas Bach am Ende 47 Zehntelsekunden hinter seinem 18 Jahre jüngeren deutschen Kontrahenten. Freuen durfte sich auch der Italiener Armin Zöggeler, der im wohl letzten Einzelrennen seiner Karriere noch einmal Bronze einfuhr – es war die sechste Medaille in Serie für den Südtiroler.

    Der WM-Zweite Andi Langenhan verbesserte sich im letzten Lauf noch um einen Rang auf Platz vier. «Ich fühle mich ganz wohl», sagte der Vancouver-Fünfte in der ARD. «Ich habe mit Platz drei geliebäugelt, es hat leider nicht geklappt.» Routinier David Möller beendete seine dritten Winterspiele dagegen als 14. mit einem enttäuschenden Resultat. Am Montag starten die Frauen um Weltmeisterin Natalie Geisenberger mit ebenfalls besten Gold-Chancen in ihr Olympia-Rennen.

    «30 Athleten werden hier eine gute Linie fahren, aber nur fünf eine gute Zeit», hatte Loch vor seinem Wettkampf auf die Tücken der Bahn hingewiesen. Und der Berchtesgadener sollte mehr als Recht behalten: Allein Loch und Demtschenko waren am Ende noch einigermaßen eng beieinander, bereits Zöggeler als Dritter hatte deutlich mehr als eine Sekunde Rückstand. Im Rodel-Sport mehr als eine Ewigkeit.

    Nur im ersten Durchgang hatte Top-Favorit Loch am Samstag Zweifel an seinem erneuten Gold-Coup aufkommen lassen. Mit einer betretenen Miene verfolgte der dreimalige Olympiasieger Hackl, inzwischen als Trainer im deutschen Team tätig, Lochs nicht fehlerfreie Fahrt. Erst einmal musste sich der 24-Jährige hinter Demtschenko einreihen, doch dies störte den Berchtesgadener nicht. Er informierte sich vor Lauf zwei lieber über den Derby-Zwischenstand seines geliebten FC Bayern. «Das ist halt mein Verein.»

    Und wie die Münchner trumpfte Loch in Lauf zwei meisterlich auf. Mit einer fulminanten Fuhre schaffte er Bahnrekord – Demtschenko zeigte dagegen Nerven und patzte. Plötzlich war bereits zur Halbzeit ein deutlicher Vorsprung da, die deutsche Trainerschar durfte wieder entspannt dreinschauen. Der Grundstein war gelegt – und der Berchtesgadener freute sich auf eine entspannte Nacht. «Essen. Schlafen. Morgen gibt's dann ein Bier.»

    Schon bei seinem Gold-Coup 2010 hatte Loch keine Probleme mit der für Rodel-Wettbewerbe ungewohnten Nacht gehabt – und war auch nun an Tag zwei hellwach. Als erster startet der junge Deutsche und schockte seinen russischen Rivalen mit erneutem Bahnrekord. Der letzte Durchgang war dann wie eine Triumph-Fahrt für den 24-Jährigen, der nun schon am Donnerstag mit einem weiteren Gold in der abschließenden Team-Staffel sein großes Vorbild Hackl einholen könnte.

    Teamkollege Langenhan hatte nach gutem zweiten Lauf sogar noch auf Bronze hoffen dürfen, doch der zweimalige Olympiasieger Zöggeler ließ sich seine sechste Medaille nicht nehmen. Nie in den Kampf um die Podestplätze konnte der Olympia-Zweite Möller bei seinen letzten Winterspielen eingreifen. Der Thüringer, der im vergangenen Sommer Papa geworden war, holte sich in einem Telefonat Trost bei Lebensgefährtin Caro und nahm's gelassen: «Das Schöne ist, ich kann nach so einem verkorksten Rennen lächeln.»

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