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    Robben sendet Botschaften an Ancelotti – Müller „Schlüssel“

    Das Oktoberfest beflügelt den FC Bayern traditionell. Die beste Saisonleistung hat aber tiefere Gründe. Interne Gespräche zeigen Wirkung. Teamwork und Spielwitz kehren zurück. Müllers Wert wird deutlich. Und die Alten rücken zusammen - die mit der Bayern-DNA.

    Teamkollegen
    Arjen Robben freute sich über die Aufstellung von Thomas Müller.
    Foto: Andreas Gebert - dpa

    München (dpa). Arjen Robben nutzte den tollen Wiesn-Start des FC Bayern, um seinem Trainer deutliche Botschaften zu übermitteln.

    Als der rasende Holländer den wehrlosen Mainzern beim noch viel zu niedrigen 4:0 sein Tor zum 2:0-Pausenstand eingeschenkt hatte, lief er demonstrativ zur Bayern-Bank und jubelte mit Franck Ribéry, dem vermeintlich bösen Buben des Anderlecht-Spiels. Und nach der energiegeladenen Offensivdarbietung hielt Robben auch noch ein bemerkenswertes Plädoyer für Fußball-Weltmeister Thomas Müller, dessen Qualitäten bei Carlo Ancelotti nicht ständig angesagt sind.

    Mit Müller als viertem Offensivakteur lief es vorne deutlich besser als mit Ancelottis Wunschspieler James Rodríguez beim faden Heimsieg gegen Anderlecht in der Champions League. „Das war vielleicht auch der Schlüssel. Mit Thomas hast du viel mehr Bewegung. Er ist wie ein zweiter Stürmer. Er geht in die Lücke, er geht in die Tiefe, er macht Raum für andere und reißt Lücken auf“, argumentierte Robben: „Es hat nichts mit anderen zu tun. Aber wenn er auf dem Platz steht, spiele ich auch besser. Mit Thomas funktioniert das immer gut.“

    Es fluppte zum Auftakt des Oktoberfestes, bei dem die Bayern traditionell in Baller- und Siegeslaune sind. Alle vier Tore gingen auf das Konto von Müller, Robben und Robert Lewandowski, der im 100. Ligaspiel für den Rekordmeister seine Treffer 81 und 82 erzielte. „Wir haben mehr als Einheit agiert und hatten große Lust, ein Zeichen zu setzen“, resümierte ein starker Müller sichtlich zufrieden.

    War's nur eine Momentaufnahme? Oder war es ein Wendepunkt, die Wiederentdeckung des Spielwitzes und des Teamworks? „Wir haben wieder unseren Fußball gespielt“, sagte Lewandowski. „Es war das beste Spiel bisher von uns“, sagte der an allen Toren beteiligte Joshua Kimmich.

    „Wir haben zum falschen Zeitpunkt gegen Bayern gespielt“, haderte der Mainzer Trainer Sandro Schwarz. Das Münchner Team hatte sein Geschick selbst in die Hand genommen. „Es bringt uns nichts, immer weiter Unruhe zu stiften“, bemerkte Müller. Kollektiv hoben die Stars die Bedeutung interner Gesprächsrunden hervor. Die Körpersprache stimmte wieder - es gab auf dem Platz wieder ein Mit- und Füreinander.

    „Wir Führungsspieler stehen in der Pflicht. Wir müssen Verantwortung übernehmen. Da spricht man öfter darüber, an welchen Stellschrauben man drehen muss“, erzählte Kapitän Manuel Neuer. Die Alten, die Profis mit der Bayern-DNA, rück(t)en in unruhigen Zeiten zusammen.

    Das war die Botschaft des Tages. Darum sprintete Robben nach seinem Tor über den halben Platz, um vor der Trainerbank für jeden im Stadion sichtbar mit Franck Ribéry zu jubeln. Der Franzose kam nach seinem wütenden Trikotwurf nach seiner Auswechslung gegen Anderlecht diesmal nur als Einwechselspieler zum Zuge. „Das war auch ein Zeichen“, gab Robben zu - wohl auch eines an Ancelotti.

    Der 33-jährige Robben solidarisierte sich mit dem ein Jahr älteren Franzosen. Seit acht Jahren spielen „Rib“ und „Rob“ beim FC Bayern, auch der früher immer spielende Müller ist so lange dabei. Ein Herz und eine Seele waren Robben und Ribéry nicht immer, aber die großen Bayern-Erfolge der letzten Jahre tragen auch ihre Namen. „Mit dieser Auswechslung war viel los“, sagte Robben über Ribérys Frustaktion, „aber er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Wenn wir Titel gewinnen wollen, brauchen wir einen Ribéry.“

    Ancelotti sollte Robbens Werben für Ribéry und Müller zu denken geben. Der Italiener lobte das Offensivspiel allgemein und nicht namentlich. „Wenn wir uns vorne gut bewegen, können wir mehr steil spielen und gefährlicher sein“, sagte Ancelotti. „Relevant ist, wie wir gespielt haben“, meinte Mats Hummels, auch wenn der Gegner nur Mainz hieß - nicht Paris Saint-Germain, wie schon in Kürze in der Champions League. „Wir müssen den Schwung und den Spielwitz in die nächsten Partien mitnehmen“, sagte Müller. Schon am Dienstag „geht es mit einer schweren Aufgabe auf Schalke weiter“, erinnerte Hummels.

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