Archivierter Artikel vom 14.01.2014, 16:20 Uhr

Rituale mit Papa sind wichtig für Kinder

Hamburg (dpa/tmn). Kind und Karriere – das ist auch für Väter oft ein Spagat, hat gerade eine Umfrage ergeben. Wem eine kürzere Wochenarbeitszeit nicht möglich ist, sollte die rare Zeit mit dem Nachwuchs daher sinnvoll gestalten – etwa durch Rituale am Abend.

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Vater und Sohn beim Angeln
Vater und Sohn beim Angeln: Ein gemeinsames Wochenende mit dem Nachwuchs schweißt zusammen.
Foto: Christian Charisius – DPA

Viele Väter arbeiten in Vollzeit – auch wenn sie gerne mehr Zeit für ihre Kinder hätten. Eine Patentlösung gibt es für dieses Problem nicht. «Zuerst ist es natürlich wichtig, mit dem Arbeitgeber zu verhandeln», sagt Volker Baisch, Geschäftsführer der Väter gGmbH, einer gemeinnützigen Unternehmensberatung. In vielen Firmen sei es aber noch schwer durchzusetzen, dass Väter nach der Geburt oder nach der Elternzeit erst in Teilzeit wieder einsteigen. «Dann kann man versuchen, zumindest einen oder wenigstens einen halben Tag Homeoffice zu machen», sagt Baisch. Er ist auch Mitglied im Väter-Experten-Netz Deutschland ist. Oder man könne den Kompromiss schließen, den Nachmittag freizubekommen – um sich dann abends noch einmal an seine E-Mails zu setzen.

Doch auch für Vollzeit arbeitende Väter gibt es Möglichkeiten, für das Kind da zu sein: «Wichtig ist vor allem, den Alltag des Kindes zu ritualisieren.» Das heißt: Wenn Papa nach Hause kommt, wird die Windel gewechselt, gebadet oder vorgelesen. Das gebe auch dem Kind Sicherheit, weil es weiß: «Papa beschäftigt sich jetzt nur mit mir.» Auch ein gemeinsames Vater-Kind-Wochenende sei nicht zu unterschätzen: «Kinder zehren unheimlich lange von so etwas», sagt Baisch.

Allerdings sind Männer auch bei dieser Variante auf Entgegenkommen angewiesen – und zwar von ihrer Partnerin. «Die muss in diesen Momenten natürlich abgeben und sagen können: „Jetzt mach du mal.“»

Laut einer Forsa-Umfrage sagen 81 Prozent der Männer, dass ein guter Vater so viel Zeit wie möglich mit seinen Kindern verbringen sollte. Gleichzeitig wollen Väter auch im Beruf nicht zurückstecken und arbeiten meist Vollzeit.