Archivierter Artikel vom 18.07.2011, 12:00 Uhr

Rekord-Weltmeister Lurz: Keine Sicherheits-Sorge

Shanghai (dpa). Nach den ersten Schwimmzügen am Jinshan City Beach am Stadtrand von Shanghai stieg Thomas Lurz mit einem guten Gefühl für die WM-Strecke aus dem Wasser – und beim Thema Sicherheit gab es für den Rekord-Weltmeister keine Bedenken.

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Schwimmen
Thomas Lurz will sich bei der WM in Shanghai für Olympia 2012 qualifizieren.
Foto: DPA

Bojen und Strecke seien gut sichtbar, betonte Lurz. Auch die schwüle Witterung sollte Langstrecken-Spezialisten keine großen Probleme bringen. Die Szene war im Vorjahr durch den Tod des Amerikaners Francis Crippen erschüttert worden.

«Der Einfluss hält sich in Grenzen, denn die Startzeiten sind ja früh», sagte Lurz mit Blick auf seinen ersten Shanghai-Einsatz am Mittwoch über die olympische Zehn-Kilometer-Strecke. Ein Top-10-Rang würde für den neunmaligen WM-Champion einen Quotenplatz für London 2012 bedeuten.

Gleich zum Auftakt steht für den 31-Jährigen damit die wichtigste Strecke an. WM-Titel hat der Würzburger genug, aber bei Olympia würde er gerne auch einmal ganz oben stehen. Bronze gab es bei der Premiere im Zeichen der Ringe vor drei Jahren in Peking. «Für mich ist London das große Ziel. Ich würde lieber keinen WM-Titel mehr gewinnen, sondern dafür olympisches Gold», sagte der Bruder von Bundestrainer Stefan Lurz.

Im vergangen Jahr gab es Zeiten für Lurz & Co., da spielten Titel, Medaillen und Erfolge keine Rolle. Crippens Tod beim Marathon-Weltcup in den Vereinigten Arabischen Emiraten schockte die Kollegen. Der 26-Jährige war zwei Stunden nach dem Rennen im Oktober leblos im aufgeheizten Meer gefunden worden.

Die zum Teil stiefmütterlich behandelte Sicherheit der Freiwasser-Asse stand danach ganz oben auf der Agenda. «Ich denke schon, dass die FINA jetzt aufgewacht ist. Sie mussten ja etwas machen. Zu wenig Sicherheit darf nie wieder sein», betonte Thomas Lurz.

Statt wie zunächst geplant erst bei der WM publizierte eine Task Force nach Protesten schon zum Auftakt der Langstrecken-Saison im April einen 78-seitigen Report. Darin wurden 60 Empfehlungen für die Sicherheit der Schwimmer festgehalten, darunter für Temperaturhöchstwerte von Wasser und Luft sowie für Sicherheits- und Notfallpläne. Im Zuge der Sicherheits-Diskussion hatte der Weltverband FINA die Anfangszeiten in dieser Disziplin von den Nachmittagsstunden auf den Morgen verschoben.

Aber gut ist noch längst nicht alles. Zwar erwartet keiner Probleme bei der WM bei Wassertemperaturen von 25 bis 28 Grad, aber bei den Weltcups ist noch Nachholbedarf. Beim Weltcup-Auftakt in Brasilien hatten Schwimmer über Ratten, Algen, tote Schildkröten und Holzpaletten mit Nägeln im Wasser geklagt. Das Rennen in Mexiko Anfang Mai wurde wegen schlechter Wasserqualität dann gleich abgesagt.

Das soll es am künstlichen Strand in der Bucht von Hangzhou nicht geben. An der ursprünglich vorgesehenen Strecke im Dian Shan See, rund 30 Kilometer westlich von Shanghai, hatte es dagegen Klagen über die Wasserqualität gegeben.

Die liegt nah am Ufer und sollte besser überschaubar sein. Natürlich müsse man noch abwarten, wie viele Begleitboote es in den Rennen gebe, sagte der deutsche Rekord-Weltmeister. «Aber es hat sich auf jeden Fall was gebessert, vor allem bei den Weltcups. Bei Weltmeisterschaften gab es noch nie Probleme.»