Archivierter Artikel vom 26.10.2010, 14:18 Uhr
Wiesbaden

Rekord bei Operationen und Therapien

Spitzenwert bei Operationen, Therapien und diagnostischen Untersuchungen: Die Patienten in deutschen Krankenhäusern werden einer Statistik zufolge immer häufiger medizinischen Prozeduren unterzogen.

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Rund 45 Millionen Operationen, diagnostische Untersuchungen und Therapien wurden 2009 gezählt – 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Das war der Spitzenwert seit Beginn der Statistik 2005. Auf einen vollstationär aufgenommenen Patienten kamen dabei rechnerisch 2,6 solcher medizinischen Maßnahmen, auch das ein Rekord, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag (26. Oktober) mitteilte. Die Gründe für die Steigerungen erläuterte das Bundesamt nicht.

Knapp ein Drittel der Prozeduren sind Operationen. Mehr als ein Viertel wird unter dem Begriff «nichtoperative therapeutische Maßnahme» zusammengefasst. Das sind vor allem Strahlen-, Chemo-, Schmerz- und nuklearmedizinische Therapie, aber auch Verbandswechsel und Narkosen. Etwa jede fünfte Maßnahme dient der Diagnostik, vor allem Biopsie und Endoskopie gehören dazu. Der Rest verteilt sich auf Röntgen und Ultraschall, geburtsbegleitende Behandlungen sowie die Verabreichung spezieller Medikamente.

Der Schwerpunkt der Operationen ist je nach Altersgruppe und Geschlecht unterschiedlich: Bei Kindern bis 14 Jahren gehört vor allem das Einschneiden des Trommelfells im Ohr zur Eröffnung der Paukenhöhle und die Entfernung der Rachenmandeln dazu. Bei Mädchen und Frauen von 15 bis 44 Jahren stehen die meisten Operationen im Zusammenhang mit einer Geburt. Bei den Jungen und Männern dieser Altersgruppe sind dagegen Eingriffe an der unteren Nasenmuschel, um die Atmung durch die Nase zu verbessern, vorne sowie arthroskopische Operationen am Gelenkknorpel und den Menisken.

Diese Operationen sind bei Frauen im Alter von 45 bis 64 Jahren zusammen mit der Entfernung der Gebärmutter besonders häufig. Bei den Männern in diesem Alter wurden neben solchen arthroskopischen Operationen hauptsächlich Leistenbrüche verschlossen. Ab 65 Jahren werden bei Frauen vor allem Hüftgelenke implantiert und die Gallengänge operiert. Harnblasen und wiederum Leistenbrüche werden dagegen bei den Männern des gleichen Alters vor allem operiert.