Archivierter Artikel vom 26.10.2010, 11:18 Uhr

Reiseveranstalter erhöhen Preise wegen Luftverkehrssteuer

Palma de Mallorca/Berlin (dpa/tmn) – Für ihren Sommerurlaub 2011 werden viele Deutsche mehr bezahlen müssen als in diesem Jahr. Mit Hinweis auf die neue Luftverkehrssteuer erhöhen die Reiseveranstalter gerade viele ihrer Preise.

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Flug in die Sonne
Durch die neue Luftverkehrssteuer wird der Urlaub im kommenden Jahr für die meisten etwas teurer. (Bild: dpa)

Nachdem Alltours Mitte Oktober vorgelegt hatte, zogen die Marken Neckermann und Thomas Cook Reisen nach: Beide werden bei Fernreisen um 5 Prozent teurer, wie sie bei ihrer Katalogvorstellung in Palma de Mallorca erläuterten. Experten gehen davon aus, dass auch andere große Veranstalter wegen der neuen Steuer Preise erhöhen werden. Marktführer TUI, die Rewe-Touristik, FTI und andere Veranstalter stellen ihre Sommerprogramme noch vor.

Die Preiserhöhung bei den Fernreisen begründete Peter Fankhauser, Vorstandschef des Thomas-Cook-Konzerns, vor allem mit der Luftverkehrssteuer. Sie allein mache bei Neckermann 2,5 Prozentpunkte dieser Preissteigerung aus. Aber auch der US-Dollarkurs und höhere Kerosinkosten hätten eine Rolle gespielt. Für Urlaub in Nah- und Mittelstreckenzielen müssten Urlauber bei Thomas Cook Reisen und Neckermann 2011 im Schnitt dagegen ungefähr so viel wie in diesem Sommer zahlen – ermöglicht werde dies durch günstigere Einkaufsbedingungen bei Hotels und Fluggesellschaften.

Auf Mallorca sinken die Preise von Thomas Cook Reisen im Schnitt gar um 2,5 Prozent. Die Preise entwickeln sich ohnehin sehr verschieden. Thailand-Reisen kosten bei Thomas Cook Reisen zum Beispiel 12 Prozent mehr als 2010. Die Malediven werden um acht Prozent teurer, die USA und Kenia um jeweils sieben Prozent. Kuba dagegen wird um ein Prozent billiger – weil die Verträge dort nicht in Dollar ausgehandelt werden, wie Geschäftsführer Michael Tenzer erklärte.

Alltours hatte knapp eine Woche zuvor eine Preiserhöhung von durchschnittlich 2,9 Prozent angekündigt. Hier mache die neue Luftverkehrssteuer rund 1,2 Prozentpunkte der Steigerung aus. Auch hier gibt es aber Unterschiede je nach Zielgebiet: Während die beliebten Reiseregionen Ägypten und Kanarische Inseln um drei Prozent und die Türkei um 3,5 Prozent teurer werden, müssen Urlauber für Reisen nach Asien zwei Prozent und nach Mallorca drei Prozent weniger bezahlen. In Griechenland bleiben die Preise auf gleichem Niveau.

Marktführer TUI wird seine neuen Kataloge am ersten Wochenende im November präsentieren, die Rewe-Pauschaltouristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg) am Ende der laufenden Woche. Dass diese Anbieter ebenfalls die Luftverkehrssteuer an ihre Gäste weitergeben werden, sei absehbar, meint der Tourismusexperte Prof. Karl Born von der Hochschule Harz in Wernigerode. «Zunächst werden alle draufschlagen», sagte Born, «seine Marge will jetzt keiner opfern.» Ob sich die Erhöhungen langfristig am Markt halten können, sei aber eine ganz andere Frage: «Der Preisdruck kommt ja immer, wenn die Kunden im Saisonverlauf nach Schnäppchen schauen.»

Die von der Bundesregierung beschlossene Luftverkehrssteuer wird bereits erhoben, und zwar für alle Ticketkäufe und Buchungen mit Abflugterminen ab dem 1. Januar 2011. Für Inlandsflüge und kurze Strecken in Europa werden dabei acht Euro je Passagier fällig. Bei Mittelstrecken sind es 25 Euro, bei Langstreckenflügen 45 Euro. Kinder unter zwei Jahren ohne eigenen Sitzplatz sind ausgenommen.