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    Berlin

    Reisen nach der Krise: Urlauber achten aufs Geld

    Mehr Urlaub in der Heimat, kalkulierbare All-Inclusive-Reisen und Schnäppchen noch kurz vor dem Abheben des Ferienfliegers: Die in der globalen Wirtschaftskrise propagierten Trends dürften nach Einschätzung von Experten noch Jahre das Verhalten der Verbraucher bestimmen.

    Von an diskutiert die Branche auf der weltweit größten Reisemesse ITB (10. bis 14. März) in Berlin über das Reisezeitalter nach der Mega-Rezession. «Kostentransparenz und Budgetkontrolle sind die Lehren aus der Krise, wodurch günstige, nahe oder vertraute Reiseziele bevorzugt werden», schreibt die Commerzbank in einer Tourismus-Studie. «Der Kopf – mit dem Überblick über das Budget – dürfte in der kommenden Reisesaison erneut die Oberhand behalten.» Deutschland werde erneut das Hauptreiseziel der deutschen Urlauber sein – und traditionelle Mittelmeerziele dürften im Vergleich zu günstigeren Reisen wie zum Beispiel in die Türkei verlieren. Insgesamt rechnet die Commerzbank 2010 mit einem geringen Anstieg der deutschen Reiseausgaben um 1,25 Prozent auf knapp 60,6 Milliarden Euro.

    Die großen Reiseveranstalter haben auf die Trends längst reagiert. So berichtet der Veranstalter Neckermann Reisen, dass 38 Prozent der deutschen Urlauber dieses Jahr einen All-Inclusive-Urlaub planten, um die Nebenkosten schon vor Reisebeginn zu kennen. Branchenprimus TUI geht bei den eigenen Kunden sogar von etwa 55 Prozent Nachfrage im Sommer 2010 aus und erhöht laufend den Anteil an solchen Rundum-Sorglos-Paketen. Im vorigen Sommer waren bereits rund 50 Prozent der TUI-Pauschalurlauber mit All-Inclusive-Reisen unterwegs. Noch sind die Folgen der Wirtschaftskrise nicht ausgestanden, die Zukunft wird von vielen weiterhin als ungewiss empfunden. Teure Extraausgaben und unkalkulierbare Risiken passen da nicht ins Bild.

    Das Krisenjahr 2009 hat die Urlaubsbranche mit einem blauen Auge überstanden. Wieder einmal bewahrheitete sich die These, dass die Deutschen am Urlaub besonders ungern sparen. Nach einer Erhebung der Fachzeitschrift fvw sank im Tourismusjahr 2008/2009 der Umsatz von 62 erfassten Veranstaltern lediglich um 2,2 Prozent auf 16,7 Milliarden Euro. Die Zahl der Reisenden ging etwas stärker um 5,9 Prozent auf 32,5 Millionen zurück – viele Urlaubsreisen an der im Sommer bestens gebuchten Ostsee oder in die Alpen sind in den Veranstalterzahlen allerdings nicht enthalten.

    Nach anfänglichen Preissteigerungen hätten die Veranstalter zum Sommer hin viele Schnäppchen geboten, schreibt das Branchenmagazin. Und der Preistrend hält an: Die großen Reiseveranstalter haben zur Ankurbelung der Nachfrage die Preise für den nächsten Sommer erneut gesenkt. Dabei können sie zum Teil von günstigeren Flugpreisen, Rabatten der Hotels und den Wechselkursen profitieren. Bei TUI sind Fernreisen im Durchschnitt um sechs Prozent günstiger, Flugreisen etwa ans Mittelmeer um fünf Prozent. Neckermann und Thomas Cook Reisen bieten ihr Programm für die Feriensaison 2010 im Schnitt ebenfalls um fünf Prozent billiger an, hieß es bei der Vorstellung der Sommerkataloge.

    Und das Reiseland Deutschland ist nach Einschätzung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) ohnehin schon länger preiswerter als viele europäischen Nachbarländer. Die Senkung der Mehrwertsteuer für die deutschen Hotels dürfte sich dabei mittelfristig ebenfalls positiv für die Reisekasse auswirken – auch wenn viele Hoteliers die Preise zunächst nicht senken wollen und stattdessen in die Renovierung ihrer Häuser investieren.

    Eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in 20 000 deutschen Haushalten ergab bei den Reiseplänen für den kommenden Sommer ein Plus von drei Prozent für den Deutschland-Urlaub. Mittelmeer- und Fernreisen würden danach rund 10,8 Prozent verlieren.

    Weitere Infos zur Messe: www.itb-berlin.de

    Informationen für ITB-Besucher

    Wann dürfen Privatbesucher zur ITB?

    Die ersten drei Tage (10. bis 12. März) sind dem Fachpublikum vorbehalten. Am Abschlusswochenende (13. bis 14. März) stehen die 26 Messehallen dann allen offen, die Geschäftsatmosphäre weicht der charakteristischen Folklore. Geöffnet ist von 10.00 bis 18.00 Uhr.

    Was kostet der Eintritt?

    Die Tageskarte für Privatbesucher kostet 14 Euro, im Internet gibt es vorab Karten für 12 Euro. Schüler und Studenten zahlen 8 Euro. Ebenso werden am Sonntag für alle Besucher ab 14 Uhr nur noch 8 Euro fällig. Kinder bis 14 Jahren sind frei. Die Fachbesucher-Tageskarte kostet 28, für alle Tage 46 Euro.

    Wie komme ich zum Messegelände?

    Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus: X34, X49, 104, 139, M 49, 218 zu den Haltestellen Messedamm/ZOB/ICC. S-Bahn: S75 und S9 bis Messe Süd, S41, S42, S46, S7, S9, S75 bis Westkreuz, S41, S42 und S46 bis Messe Nord/ICC. U-Bahn: U2 bis Kaiserdamm oder Theodor-Heuss- Platz.

    Mit dem Auto: Von der A 10 (Berliner Ring) auf die A 100, A 111 oder A 115 (Avus) bis Dreieck Funkturm, Abfahrt Messegelände.

    Kann man auf der ITB eine Reise buchen?

    Nein. An den Länder-, Städte- und Veranstalter-Ständen gibt es zwar viele nützliche Informationen über Reiseziele. Zum Buchen muss man aber ins Reisebüro oder ins Internet gehen.

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