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Rangnick kommt nicht: Eintracht kommt ihm mit Absage zuvor

Es hat nicht gepasst. Die Ambitionen von Ralf Rangnick stimmen mit denen von Eintracht Frankfurt nicht überein. Vor allem, weil aufgrund der Corona-Pandemie kaum Geld für Neuzugänge zur Verfügung steht.

Ralf Rangnick
Wird nicht zu Eintracht Frankfurt wechseln: Ralf Rangnick.
Foto: Jan Woitas/ZB/dpa

Frankfurt (dpa). Ralf Rangnick zögerte noch mit seiner Absage, Eintracht Frankfurt kam ihm da schon zuvor: Der 62-Jährige wechselt nicht als Trainer und Sportdirektor zum auf der sportlichen Ebene von zahlreichen Abgängen gebeutelten Fußball-Bundesligisten.

Nach dpa-Informationen sagte Aufsichtsratschef Philip Holzer Rangnick ab. Zuerst hatte die „Bild“ darüber berichtet. Rangnick hatte sich mit Holzer sowie dem weiteren Aufsichtsrat Stephen Orenstein bereits am Mittwoch in der Frankfurter Innenstadt getroffen. Rangnick kam ohne Berater Marc Kosicke. Das Gespräch war als Kennenlernen deklariert worden. Danach war vereinbart worden, bis zum Ende der kommenden Woche eine Entscheidung treffen zu wollen. Die Eintracht muss sich auf der sportlichen Ebene nach den feststehenden Abgängen von Trainer Adi Hütter, Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner neu aufstellen.

Holzer und Orenstein wollten die Zeit nutzen, Widerstände im Club gegen Rangnick abzubauen. So sollen Vorstand Axel Hellmann und Präsident Peter Fischer vom früheren Leipziger Trainer nicht überzeugt sein. Nach dpa-Informationen wurde Rangnick nun mit der Begründung abgesagt, dass Informationen über das geheime Treffen nach außen gedrungen seien.

Allerdings kam der Club einer Absage durch Rangnick damit wohl nur zuvor. Bei dem Treffen wurde nach dpa-Informationen über die sportlichen Ambitionen der Eintracht sowie über den Kader für die kommende Saison gesprochen. Bereits da kristallisierte sich heraus, dass beide Seiten wohl nicht zueinander finden werden.

Denn Top-Stürmer André Silva kann den Club im Sommer aufgrund einer Ausstiegsklausel für gut 30 Millionen Euro verlassen. Der portugiesische Nationalspieler hat mit seinen bisher 23 Saisontoren großen Anteil daran, dass die Eintracht auf dem besten Weg ist, sich für die Champions League zu qualifizieren. Neben Silva könnte auch Filip Kostic den Club verlassen, der Flügelspieler soll dafür die Zusage haben.

Die möglichen Ablösesummen sollen allerdings nicht komplett in den Kader investiert werden. Vielmehr muss die Eintracht die Einnahmen dafür aufwenden, die durch die Coronavirus-Pandemie entstandenen Verluste zu kompensieren. Zudem soll das Gehaltsniveau des Kaders reduziert werden. Neue Spieler dürften nicht mehr als fünf Millionen Euro kosten.

Durch diese Maßnahmen wäre Frankfurt wohl weder in der Champions League konkurrenzfähig, noch würde man in der Bundesliga erneut um den Einzug in den Europapokal mitspielen. Das knappe Budget hätte es Rangnick auch kaum ermöglicht, den Club strukturell besser aufzustellen. Damit bleibt dem früheren Architekten von RB Leipzig aktuell noch die Aussicht auf die Nachfolge von Joachim Löw als Bundestrainer.

© dpa-infocom, dpa:210415-99-222352/3

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