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    Prototyp Paul: Biedermann das Schwimmer-Idealbild

    Charaktere wie Paul Biedermann sind rar im deutschen Schwimmlager. Der Weltrekordler ist ein Siegertyp, gibt sich nicht zu schnell zufrieden und freut sich auf jeden Wettkampf. Das unterscheidet ihn von einigen anderen.

    Siegertyp
    Paul Biedermann gibt sich nicht zu schnell zufrieden und freut sich auf jeden Wettkampf.
    Foto: Adam Ciereszko - DPA

    Eigentlich hatte Paul Biedermann allen Grund, zufrieden zu sein. Seine vierjährige Kurzbahn-Siegesserie über 400 Meter Freistil fortgesetzt, den ersten deutschen EM-Titel von Stettin bei der Kurzbahn-EM geholt, erneut die eigene Weltjahresbestzeit verbessert - und trotzdem sah der Weltrekordler noch Luft nach oben. «Ich hätte mir eine noch schnellere Zeit gewünscht, das ist mein innerer Anspruch», sagte er nach seinem zehnten internationalen Titel.

    Immer besser werden zu wollen, mit dem Erreichten nicht zufrieden zu sein, die eigenen Schwächen anzugehen, das sind einige der großen Stärken des 25-Jährigen aus Halle/Saale. «Er ist Profi durch und durch, da kann man nichts sagen», lobte Freundin Britta Steffen ihren Paul. Der Doppel-Weltmeister von 2009 hatte als einziger deutscher Schwimmer sein Training extra für die EM reduziert, weil er die Duelle mit der Konkurrenz liebt und sein Selbstvertrauen aus Siegen schöpft.

    «Es macht einfach Spaß, diese Wahnsinnsatmosphäre zu genießen», sagte Biedermann, der den starken Dänen Mads Glaesner und Polens Lokalmatador Pawel Korzienowski wie gewohnt mit seinem enormen Schlussspurt auf Distanz hielt. «So lange ich das noch kann, macht es Spaß, aber ich wurde bei der Weltmeisterschaft in Shanghai von Sun Yang abgefangen, das kann ich mir nicht noch mal gefallen lassen», sagte er grinsend. Doch bei seinem Beruf versteht der Profi mit dem so passenden Praktikantenjob bei den Wasserwerken Halle/Saale kein Pardon - gerade gegen sich selbst.

    Bestes Beispiel dafür war die Langbahn-WM im Sommer in Shanghai. Angesichts der starken Konkurrenz aus den USA und Asien war mit Erfolgen nicht unbedingt zu rechnen. Mit seinen dritten Plätzen war Biedermann nur teilweise zufrieden und geißelte seine Schwächen beim Start und den Wenden. Daran wird weiter intensiv gearbeitet, Biedermanns großes Ziel ist London 2012 - «nur» der Olympiasieg fehlt ihm noch in der Titelsammlung.

    Wie kaum ein Zweiter musste er sich nach dem Verbot der leistungsfördernden Hightech-Anzüge 2009 umstellen, trainierte nach Niederlagen 2010 noch härter, nahm Kilos ab - und orientiert sich stets an den Besten. Sein Umfeld mit der Familie und Heimtrainer Frank Embacher ist intakt, die Beziehung zu Britta Steffen gibt beiden Halt. Wie ein Löwe verteidigte er die Partnerin nach deren WM-Desaster und der vorzeitigen Abreise aus Shanghai.

    Bei Meisterschaften konzentrieren sich beide profihaft auf ihre Rennen, insbesondere Biedermann fokussiert sich auf seine Aufgabe. Sightseeing in der Hansestadt Stettin steht für ihn nicht auf dem Programm: «Ich mache schön Nickerchen und erhole mich, sonst mache ich nicht viel.»

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