Archivierter Artikel vom 24.01.2011, 11:05 Uhr

Polizei im Waffenarsenal in Becherbach: Jetzt wird erstmal gezählt

Becherbach/Meisenheim – Nach dem Fund eines riesigen Waffen- und Sprengstoffarsenals in Becherbach verschaffen sich die Ermittler nun nach und nach einen Überblick über die gefährliche Sammlung des als „Pulver- Kurt“ bekannten Mannes. Es blieb zunächst weiter unklar, wie viele Waffen und andere Kriegsgegenstände der 62 Jahre alte Rentner in einer angemieteten Scheune gelagert hatte. Es soll aber wohl eines der größten Arsenale eines Privatmannes in Deutschland sein. Bislang hat „Pulver-Kurt“ zu den Vorwürfen geschwiegen.

Nach dem Fund eines riesigen Waffen- und Sprengstoffarsenals in Becherbach verschafften sich die Ermittler nach und nach einen Überblick über das Arsenal des als "Pulver-Kurt" bekannten Sammlers.
Nach dem Fund eines riesigen Waffen- und Sprengstoffarsenals in Becherbach verschafften sich die Ermittler nach und nach einen Überblick über das Arsenal des als „Pulver-Kurt“ bekannten Sammlers.
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Becherbach/Meisenheim – Nach dem Fund eines riesigen Waffen- und Sprengstoffarsenals in Becherbach verschaffen sich die Ermittler nun nach und nach einen Überblick über das Arsenal des als „Pulver- Kurt“ bekannten Sammlers. Bislang hat er zu den Vorwürfen geschwiegen.

Nach dem Fund eines riesigen Waffen- und Sprengstoffarsenals in Becherbach verschafften sich die Ermittler nach und nach einen Überblick über das Arsenal des als „Pulver-Kurt“ bekannten Sammlers.

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Hier mitten in Becherbach ging der als „Pulver-Kurt“ bekannte Waffennarr seinem gefährlichen Hobby nach.

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Gebäudebesitzerin Christel Bäcker vor der Scheune, die sie an den Militaria-Fan Kurt N. (62) aus Hundsbach vermietet hatte.

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Die zahlreichen Waffen, Munition und anderen Kriegsgeräte wurden zunächst erst einmal alle erfasst.

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Das könne auch noch einige Tage dauern, hieß es.

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In der Scheune befanden sich neben Waffen, Munition und Sprengstoffen auch alte Fahrzeuge...

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... etwa ein alter Käfer ...

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... und ein Militärkleinlaster.

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Sein Arsenal war vermutlich die größte Waffen- und Sprengstoffsammlung, die bislang bei einem Privatmann in Deutschland entdeckt worden ist.

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Becherbach musste zeitweise komplett evakuiert worden, nachdem Beamte am Freitag Sprengstoff und zahlreiche Waffen in der Scheune entdeckt hatten.

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Rund 40 Kilogramm eines nitroglycerin-ähnlichen Stoffes waren am Samstagabend außerhalb des Ortes gesprengt worden.

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Die knapp 600 Einwohner verbrachten die Nacht auf Sonntag außerhalb des kleinen Ortes im Landkreis Bad Kreuznach bei Freunden oder in Hotels.

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Die restlichen Waffen und Militärgegenstände – darunter Maschinengewehre und Handgranaten – wurden mit dem Lastwagen abtransportiert.

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Becherbach, so hieß es am Montag, sei inzwischen zu einer „Art von Normalität“ zurückgekehrt.

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Hier detonierte die Sprengladung.

Die Wucht der Detonation wurde mit Strohballen gedämpft.

Am Friedhof splitterte das Türglas.

In einer Pressekonferenz erklärten die Verantwortlichen den Verlauf der Sprengung.

Verbandsbürgermeister Alfons Schneider vor laufender Kamera im Interview.

Alle Fotos Martin Köhler

Die zahlreichen Waffen, Munition und anderen Kriegsgeräte werden nun erst einmal erfasst, wie ein Polizeisprecher am Montag sagte. Es blieb zunächst weiter unklar, wie viele Waffen und andere Kriegsgegenstände der 62 Jahre alte Rentner in einer angemieteten Scheune gelagert hatte.

Arsenal vermutlich größte Waffen- und Sprengstoffsammlung bei einem Privatmann

Das Material werde nun erst einmal katalogisiert, sagte der Sprecher. Das könne auch noch einige Tage dauern. Der als „Pulver- Kurt“ bekannte Mann soll im Laufe der Ermittlungen weiter befragt werden, um etwa die Herkunft der Waffen zu klären. Bislang hat er zu den Vorwürfen geschwiegen. Sein Arsenal war vermutlich die größte Waffen- und Sprengstoffsammlung, die bislang bei einem Privatmann in Deutschland entdeckt worden ist.

Der knapp 600 Einwohner zählende Ort Becherbach im Landkreis Bad Kreuznach musste am Wochenende zeitweise komplett evakuiert worden, nachdem Beamte am Freitag Sprengstoff und zahlreiche Waffen in der Scheune entdeckt hatten. Rund 40 Kilogramm eines nitroglycerin- ähnlichen Stoffes waren am Samstagabend außerhalb des Ortes gesprengt worden. Die restlichen Waffen und Militärgegenstände – darunter Maschinengewehre und Handgranaten – wurden mit dem Lastwagen abtransportiert.

Bei erster Durchsuchung erlitt „Pulver-Kurt“ ein Kreislaufkollaps

Gegen den 62-Jährigen wird wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt. Auch in seinem Haus im nahe gelegenen Hundsbach hatten die Ermittler einige Tage zuvor bereits jede Menge Kriegsmaterial gefunden. Bei dieser Durchsuchung hatte der 62-Jährige einen Kreislaufkollaps erlitten.

Die Ermittler gehen bislang davon aus, dass es sich bei dem Rentner um einen Sammler handelt. Woher er die teils Jahrzehnte alten Waffen hatte, ist noch unklar. Die Polizei war eher per Zufall auf den Mann und sein Waffenarsenal gestoßen, weil sich in einem anderen Ermittlungsverfahren Hinweise ergeben hatten, dass der 62-Jährige eine Waffe gekauft hatte.

In Becherbach herrscht wieder „gewisse Normalität“

In Becherbach selbst herrscht nach Angaben des Ortsbürgermeisters Manfred Denzer inzwischen wieder „eine gewisse Normalität“. Der Sprengstofffund und die Evakuierung seien aber schon noch Thema. Dass Becherbach prominent in sämtlichen Nachrichtensendungen zu sehen war, kann den Bürgermeister nicht so recht freuen. „Becherbach ist jetzt zwar bekannt, aber auf diese Art der Publicity hätten wir verzichten können.“