Archivierter Artikel vom 17.03.2010, 10:02 Uhr
Warschau

Polen will Dopingskandal um Langläuferin aufklären

Polens Sportbehörden wollen die Dopingsünderin, Ski-Langläuferin Kornelia Marek, hart bestrafen und alle Umstände des Skandals rücksichtslos aufklären.

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Überführt
Kornelia Marek spricht nach ihrer Ankunft in Polen in Krakau mit Journalisten.

«Das ist eine traurige Wahrheit», sagte der Vorsitzende des Polnischen Olympischen Komitees (PKOI), Piotr Nurowski, dem Fernsehsender TVN24. Die Öffnung der B-Probe am Vortag hatte das positive Untersuchungsergebnis der A-Analyse bestätigt. Er wolle wissen, ob Marek die Spritzen auf eigene Faust genommen habe oder ob jemand sie dazu überredet habe, sagte Nurowski. Diese Person, egal ob Arzt, Trainer oder Masseur sollte «bis Lebensende» aus der Sportgemeinschaft ausgeschlossen werden, so PKOI-Chef.

In der Nacht zum 17. März ordnete der polnische Ski-Verband den Ausschluss der Athletin von der National- und Olympiaauswahl an sowie die Einstellung der Finanzförderung. Über die Sperre soll am 22. März entschieden werden. Verbands-Generalsekretär Grzegorz Mikula sagte nach den Beratungen, Marek wisse nicht, wie die verbotene Substanz in ihren Körper gelangen konnte. «Sie glaubte, die eingenommenen Mittel waren legal», erläuterte Mikula.

Marek war bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver nach dem 4x5-Kilometer-Staffellauf am 25. Februar positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet worden. Nachdem bekanntgegeben worden war, dass die A-Probe positiv war, verlangte die Athletin die Analyse der B-Probe. Marek hat bestritten, illegale Substanzen genommen zu haben.

Kornelia Marek ist die erste Sportlerin, die bei den Vancouver-Spielen des Dopings überführt wurde. Polens Damen-Quartett hatte im Staffel-Wettbewerb den sechsten Platz erreicht. Im 30-Kilometer-Lauf wurde die 24-jährige Marek Elfte.