Archivierter Artikel vom 21.03.2011, 11:56 Uhr

Pirelli-Motorsportchef: Fahrer spielen große Rolle

Berlin (dpa). Für seine neuen Reifen musste Formel-1-Rückkehrer Pirelli bereits mächtig Kritik einstecken. Motorsportchef Paul Hembery verteidigt in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa die Strategie der schnell abbauenden Pneus.

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Neuentwicklung
Ein Pirelli-Rennreifen in Valencia vor der mobilen Werkstatt von Reifenlieferant Pirelli.
Foto: DPA

«Wir sind nicht gefragt worden, einen Reifen zu konstruieren, der stabil ist und bei dem man nur einen Boxenstopp braucht. Das wäre einfacher gewesen», sagte er. Die Teams selbst hätten Pirelli darum gebeten, einen entsprechenden Reifen zu entwickeln.

Sind Sie überrascht über die Kritik, dass die Reifen so schnell abbauen?

Paul Hembery: «Das war, worum man uns gebeten hat.»

Wer sagte das: die Teams oder der Internationale Automobilverband FIA?

Hembery: «Die Teams. Die FIA legt die Regeln fest. Es waren die Teams durch die Technische Arbeitsgruppe der FOTA (Teamvereinigung). Und der Promoter. Sie wollten mehr Reifenwechsel. Wir sind nicht gefragt worden, einen Reifen zu konstruieren, der stabil ist und bei dem man nur einen Boxenstopp braucht. Das wäre einfacher gewesen.»

Sie sollen also die Show auf den Asphalt bringen...

Hembery: «Wir versuchen, die Show zu unterstützen, mehr Möglichkeiten zum Überholen zu schaffen. Es ist ein neues strategisches Element ebenso wie ein fahrerisches. Die Fahrer spielen eine große Rolle. Letztlich haben aber alle dasselbe Produkt.»

Bei den Tests in Europa herrschten andere Temperaturen als sie nun in Australien am Wochenende oder 14 Tage später in Malaysia zu erwarten sind. Können Sie einschätzen, wie sich die Reifen dort verhalten werden?

Hembery: «In gewisser Hinsicht: nein. Es ist einfach ein Unterschied. Aber wir haben die Reifen entwickelt, damit sie bei verschiedenen Temperaturen funktionieren. Es gibt mehr Probleme mit den Reifen, wenn es kühler ist. Wenn es 5 Grad am Morgen ist, wird er fragil und funktioniert nicht. Dafür ist er auch nicht ausgerichtet. Aber wenn es zwischen 25 und 45 Grad sind, sind wir in dem Bereich, in dem wir getestet haben.»

Michael Schumacher hatte Sie um ein Gespräch gebeten. Worum ging es?

Hembery: «Alle Fahrer wollen mit uns sprechen. Er wollte wissen, was der Plan in diesem Jahr ist. Es ist ein strategisches Element und er einer der großen Strategen im Rennsport.»