Archivierter Artikel vom 24.05.2013, 11:40 Uhr

Pirelli-Frust nimmt zu – Formel-1-Ausstieg droht

Monte Carlo (dpa). Mitten in der Dauerdiskussion um die aktuellen Pirelli-Reifen hat der italienische Hersteller seine Zukunft in der Formel 1 erneut infrage gestellt. Dabei geht es aber nicht um die anhaltende Kritik von manchen Teams an den momentan eingesetzten Gummiwalzen.

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Reifen
Die Reifen-Wahl beschäftigt die Formel 1.
Foto: David Ebener – DPA

Am 1. September läuft vielmehr die Frist aus, um die Teams über die wichtigsten Details zu den Reifen für die Reformsaison 2014 zu informieren. «Sie können sich aber vorstellen, wie albern das ist, wenn man nicht mal einen Vertrag hat», betonte Pirellis Motorsportchef Paul Hembery vor dem Großen Preis von Monaco. «Vielleicht sind wir dann ja auch gar nicht mehr da», meinte er vielsagend.

Die Zeit droht abzulaufen, der Frust wächst von Rennen zu Rennen. Schon vor einem Monat hatte Hembery gewarnt, dass es einen Punkt gebe, «an dem wir eine Entscheidung treffen müssen, wenn es kein anderer macht. Denn wir haben 600 Leute, die am Formel-1-Projekt arbeiten. Diese und auch deren Familien müssen wissen, was sie nächstes Jahr machen». Getan hat sich seitdem offensichtlich nicht besonders viel. Laut einem Bericht von «autosport.com» soll sich Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone mit Pirelli geeinigt haben, vom Verband soll es aber noch keine Signale gegeben haben.

Die Frage nach der Zukunft des Formel-1-Rückkehrers kommt zu einer denkbar ungünstigen Zeit. Seit Monaten muss sich Pirelli mit Kritik an den im Vergleich zum Vorjahr allesamt softeren Reifen herumschlagen. Die vom übernächsten Rennen an geplanten Änderungen werden laut Hembery aber nicht auf Druck der Teams vorgenommen. «Nein, das spielt sich eher in den Medien ab als in der Realität», sagte der Motosportchef in Monte Carlo. Vielmehr geht es Pirelli mittlerweile auch um den eigenen Ruf, nachdem es an den bisherigen Rennwochenenden zu Reifenschäden gekommen war. «Das ist nicht gut fürs Image», sagte Hembery.

Die Veränderungen, die Pirelli plant, werden nicht so gravierend ausfallen, wie es sich die Kritiker von Red Bull und Mercedes wünschen. «Wir wollen die Änderungen so gering wie möglich halten, im Sinne der Gleichheit des Sports», betonte Hembery. Denn allen Teams stehen seit Saisonbeginn ja die gleichen Reifen zur Verfügung. Nur kommen manche, wie Lotus oder Ferrari, besser mit den allesamt weicheren Reifen als im Vorjahr zurecht. Die überarbeiteten Gummiwalzen sollen ab Kanada zum Einsatz kommen. Danach sollte Schluss sein mit weiteren Veränderungen, meinte Hembery. Es gibt ja auch noch 2014.