Archivierter Artikel vom 20.09.2010, 10:18 Uhr
Göttingen

Pilzvergiftungen nehmen drastisch zu

Der Regen lässt die Pilze sprießen. Für Sammler ist es ein Segen. Die gute Pilzsaison lockt aber auch unerfahrene Sammler an – ein Grund für die drastische Zunahme an Pilzvergiftungen in diesem Jahr.

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Tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilze
Vorsicht vor dem Grünen Knollenblätterpilz! Eine Frau hatte sie mit Champions verwechselt. Sie starb an der Pilzvergiftung. (Bild: ZB Funkregio-Ost)

Die Zahl der Pilzvergiftungen ist laut dem Giftinformationszentrum (GIZ-Nord) in Göttingen stark gestiegen. Es gebe in diesem Jahr etwa doppelt so viele Anfragen zu tatsächlichen und möglichen Vergiftungen wie in den Vorjahren, sagt GIZ-Experte Martin Ebbecke. Die Zahl der Verdachtsfälle liege pro Saison normalerweise bei etwa 300, so das GIZ-Nord. In diesem Jahr dürften es rund 600 werden.

Der Grund für die drastische Zunahme sei der für das Pilzwachstum günstige feuchte Sommer. Derzeit gebe es fast überall Massen von Pilzen und viele unerfahrene Sammler, die einfach drauflos sammelten. Hauptverursacher schwerer oder gar tödlicher Pilzvergiftungen seien Knollenblätterpilze, sagte Ebbecke. Im August sei in Braunschweig eine 69-jährige Frau gestorben. Sie hatte Champignons sammeln wollen, diese aber mit dem hochgiftigen Knollenblätterpilz verwechselt.

Mehrere andere Sammler aus Norddeutschland hätten in den vergangenen Wochen so schwere Vergiftungen erlitten, dass sie eine neue Leber benötigten, sagte Ebbecke. Er riet dringend davon ab, Pilze ohne Fachkenntnisse zu sammeln. Das GIZ-Nord ist für die Länder Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein zuständig.

Giftinfozentrum-Nord

Vergiftungserscheinungen vom Knollenblätterpilz