Archivierter Artikel vom 15.05.2010, 09:36 Uhr

Philadelphia schreibt NHL-Geschichte

Boston (dpa). Den Philadelphia Flyers ist als viertem Eishockey-Team der nordamerikanische Sportgeschichte ein grandioses Playoff-Comeback gelungen. Die Mannschaft gewann auch das siebte und entscheidende Playoff-Spiel bei den Boston Bruins mit 4:3 und zog somit ins NHL-Halbfinale ein.

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Der Triumph war Philadelphias vierter Sieg nacheinander. Boston hatte die ersten drei Partien der Best-of-Seven-Serie gewonnen. Zuvor hatten in der NHL nur die Toronto Maple Leafs (1942) und die New York Islanders (1975) nach einem 0:3- Rückstand noch den Sprung in die nächste Playoff-Runde geschafft. Das gleiche war zudem 2004 den Boston Red Sox in der Major League Baseball (MLB) gelungen.

«Ich habe noch nie eine bessere Stimmung in unserer Kabine gesehen. Wir haben uns alle High Fives gegeben, sogar der Besitzer kam rein und hat uns alle abgeklatscht. Es ist ein großartiges Gefühl, wir haben hart gearbeitet, hart gekämpft und immer an uns geglaubt», sagte Flyers-Stürmer Scott Hartnell. Dabei sah zunächst alles nach einem Sieg der Gastgeber aus. Boston lag vor 17 565 Zuschauern im ausverkauften TD Bank-Garden durch Tore von Michael Ryder (3. Minute), und zweimal Milan Lucic (9./15.) bereits mit 3:0 vorn. «Es ist schon ziemlich enttäuschend, 3:0 zu führen, im Spiel und in der Serie und am Ende trotzdem noch zu verlieren», sagte der verletzte Dennis Seidenberg der Nachrichtenagentur dpa.

Seidenberg verfolgte die Partie ebenso wie sein verletzter Teamkollege Marco Sturm (Kreuz- und Innenbandriss) aus der Bruins-Loge und musste von dort mit ansehen, wie Philadelphia durch James van Riemsdyk (18.), Hartnell (23.) und Daniel Briere (29.) zurückkam. Den entscheidenden Treffer erzielte Simon Gagne, als er in der 53. Minute eine Überzahl-Situation nutzte. Boston hatte zuvor aufgrund eines Wechsel-Fehlers zu viele Spieler auf dem Eis gehabt und erhielt eine zwei Minuten-Strafe.

«Es ist schmerzhaft, das mitzuerleben, vor allem, weil ich eine Chance gehabt hätte, in der nächsten Runde wieder spielen zu können», sagte Seidenberg. Der Verteidiger laboriert seit dem 3. April an einer tiefen Schnittwunde im linken Unterarm. Im Halbfinale trifft Philadelphia auf die Montreal Canadiens. Das zweite Vorschlussrunden- Duell bestreiten die San Jose Sharks mit dem deutschen Ersatz- Torhüter Thomas Greiss und die Chicago Blackhawks.