Archivierter Artikel vom 13.02.2013, 13:25 Uhr

Pferdefleisch-Skandal: Erster Verdacht in Deutschland

Berlin/Düsseldorf (dpa) – Rind steht drauf – Pferd steckt drin. Der Etikettenschwindel aus Großbritannien schwappt jetzt nach NRW. Noch weiß niemand genau, was in den verdächtigen Fertigprodukt-Schachteln steckt.

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Fertig-Lasagne in Großbritannien
Lasagne in Großbritannien: Der Skandal um Pferdefleisch in Fertiggerichten erreicht nun womöglich auch Deutschland.
Foto: Jean Francois Frey – DPA

Im Pferdefleisch-Skandal gibt es nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums einen ersten Verdacht in Deutschland. Über das europäische Schnellwarnsystem seien die deutschen Behörden am Dienstagabend aus Luxemburg über den Verdacht informiert worden, dass falsch deklarierte Lebensmittel nach Deutschland gelangt seien, sagte eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch (13. Februar) in Berlin.

Dabei handele es sich um verarbeitete Lasagne, die an mindestens einen Händler in Nordrhein-Westfalen geliefert worden sei. Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Händler oder Produkte betroffen sind.

In den vergangenen Wochen waren in zahlreichen Ländern der EU Fertiggerichte entdeckt worden, in denen statt des angegebenen Rindfleischs auch Pferdefleisch verarbeitet worden war. Britische Behörden versprachen nach dem Fund von Pferdefleisch bei zwei Verarbeitungsbetrieben in England und Wales die restlose Aufklärung des Fleischskandals.

Das Düsseldorfer Verbraucherschutzministerium teilte mit: «Die Lieferungen betreffen nicht nur Discounter und Lebensmittelketten, sondern auch andere Lebensmittelunternehmen.» Die Behörden gehen bislang nicht von einer gesundheitlichen Gefährdung aus. Normalerweise sei Pferdefleisch nicht gesundheitsschädlich, sagte ein Ministeriumssprecher. «Es kommt darauf an, was drin ist und das wissen wir noch nicht.»

Das Landesumweltamt (LANUV) wurde vom Ministerium angewiesen, zusammen mit den kommunalen Ordnungsbehörden die Lieferwege nach NRW nachzuverfolgen und noch vorhandene Proben für Laboruntersuchungen sicherzustellen. Gleichzeitig werde geprüft, ob alle betroffenen Lasagne-Produkte vom Markt genommen worden seien, sagte die Sprecherin des Bundesverbraucherministeriums.

Das Landesministerium für Verbraucherschutz hatte am Dienstagabend erstmals eine Lieferliste zum Pferdefleisch-Skandal erhalten. «Nach der Auswertung der Unterlagen ergibt sich, dass über einen Zwischenhändler in Luxemburg Produkte in größerem Umfang nach Deutschland und NRW geliefert wurden, die im Verdacht des Kennzeichnungsverstoßes mit Pferdefleisch stehen», teilte ein Sprecher mit. Die Lieferungen seien nach bisheriger Kenntnis zwischen November 2012 und Januar 2013 erfolgt.