Archivierter Artikel vom 13.02.2013, 12:30 Uhr
Berlin

Pferdefleisch-Skandal: Erste Spur in Deutschland führt nach NRW

Im Pferdefleisch-Skandal gibt es nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums einen ersten Verdachtsfall in Deutschland. Über das europäische Schnellwarnsystem seien die deutschen Behörden über den Verdacht informiert worden, dass falsch deklarierte Lebensmittel nach Deutschland gelangt seien. Das sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Demanch handele es sich um verarbeitete Lasagne, die an mindestens einen Händler in Nordrhein-Westfalen geliefert worden sei.

Berlin/Düsseldorf (dpa) – Im Pferdefleisch-Skandal gibt es nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums einen ersten Verdacht in Deutschland. Über das europäische Schnellwarnsystem seien die deutschen Behörden am Dienstagabend aus Luxemburg über den Verdacht informiert worden, dass falsch deklarierte Lebensmittel nach Deutschland gelangt seien, sagte eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch in Berlin.

Dabei handele es sich um verarbeitete Lasagne, die an mindestens einen Händler in Nordrhein-Westfalen geliefert worden sei. Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Händler oder Produkte betroffen seien. Wegen des Verdachtsfalls soll Deutschland am Mittwochabend an einem EU-Informationstreffen in Brüssel zu dem Skandal teilnehmen.

In den vergangenen Wochen waren in zahlreichen Ländern der EU Fertiggerichte entdeckt worden, in denen statt des angegebenen Rindfleischs auchPferdefleisch verarbeitet worden war. Britische Behörden versprachen nach dem Fund vonPferdefleisch bei zwei Verarbeitungsbetrieben in England und Wales die restlose Aufklärung des Fleischskandals.

Das Düsseldorfer Verbraucherschutzministerium teilte mit: „Die Lieferungen betreffen nicht nur Discounter und Lebensmittelketten, sondern auch andere Lebensmittelunternehmen.“ Die Behörden gehen bislang nicht von einer gesundheitlichen Gefährdung aus. Normalerweise sei Pferdefleisch nicht gesundheitsschädlich, sagte ein Ministeriumssprecher. „Es kommt darauf an, was drin ist und das wissen wir noch nicht.“

Das Landesumweltamt (LANUV) wurde vom Ministerium angewiesen, zusammen mit den kommunalen Ordnungsbehörden die Lieferwege nach NRW nachzuverfolgen und noch vorhandene Proben für Laboruntersuchungen sicherzustellen. Gleichzeitig werde geprüft, ob alle betroffenen Lasagne-Produkte vom Markt genommen worden seien, sagte die Sprecherin des Bundesverbraucherministeriums.

Das Landesministerium für Verbraucherschutz hatte am Dienstagabend erstmals eine Lieferliste zumPferdefleisch-Skandal erhalten. „Nach der Auswertung der Unterlagen ergibt sich, dass über einen Zwischenhändler in Luxemburg Produkte in größerem Umfang nach Deutschland und NRW geliefert wurden, die im Verdacht des Kennzeichnungsverstoßes mitPferdefleisch stehen“, teilte ein Sprecher mit. Die Lieferungen seien nach bisheriger Kenntnis zwischen November 2012 und Januar 2013 erfolgt.