Archivierter Artikel vom 23.10.2010, 11:08 Uhr
Sölden

Perfekt ins Ski-WM-Jahr: Rebensburg vor Hölzl

Viktoria Rebensburg und Kathrin Hölzl ließen sich auf dem Podest feiern, Maria Riesch schunkelte nach Platz fünf auf der Tribüne mit ihrem Fanclub: Die deutschen Alpin-Damen haben einen perfekten Start in den WM-Winter erwischt.

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Podium
Viktoria Rebensburg (m), Kathrin Hölzl (l) und Manuela Mölgg strahlen vom Podium.

Acht Monate nach ihrem überraschenden Olympiasieg von Vancouver fuhr Skirennfahrerin Rebensburg beim Riesenslalom im österreichischen Sölden erstmals an die Spitze eines Weltcup-Klassements. «Ich bin richtig froh, dass ich meinen ersten Weltcup-Sieg erreicht und damit bewiesen habe, dass der Olympiasieg kein Ausrutscher war», sagte Rebensburg. Als Zweite des ersten Durchgangs verdrängte sie die führende Weltmeisterin Hölzl von der Spitze – nach dem ersten Doppel-Erfolg seit elf Jahren war die Premiere mit dem neuen Team für Damen-Cheftrainer Thomas Stauffer perfekt.

Olympiasiegerin
Viktoria Rebensburg brillierte auf ihrer Spezialstrecke.

Hölzl war über Rang zwei «total happy». «Besser kann es nicht laufen», sagte die 26-Jährige, die seinerzeit wie Rebensburg zu Olympia-Gold ohne einen vorherigen Weltcup-Sieg zum WM-Titel gefahren war. «Es nicht leicht nach so einem großen Erfolg das zu beweisen, das weiß ich ja selbst. Ich freue mich für Vicky und dass der Sieg im Team geblieben ist.» Dritte beim ersten Rennen des Winters, der mit der Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen im Februar seinen Höhepunkt hat, wurde die Italienerin Manuela Mölgg.

Elegant
Kathrin Hölzl legte einen beeindruckenden Weltcup-Auftakt hin.

Riesch auf Platz fünf und die 19-jährige Lena Dürr als letztlich 14. mit Bestzeit im zweiten Lauf machten die herausragende Bilanz des Deutschen Skiverbandes perfekt. Und erleichtern Stauffers Start. «Das hilft sicher und macht ein paar Sachen einfacher. Wir werden aber genau gleich weiter arbeiten wie bisher», sagte der Coach und richtete gleich den Fokus auf den Slalom am 13. November im finnischen Levi. «Da werden auch Spitzenplätze erwartet.»

Schnell
Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch war auf der Piste rasch unterwegs.

Als Slalom-Beste der vergangenen Jahre will Maria Riesch in Levi wieder vor all ihren Teamkolleginnen landen. In Sölden fuhr sie mit dem fünften Platz ihr mit Abstand bestes Ergebnis auf diesem Hang. «Zu dritt unter den ersten Fünf. Dass ich dort die Dritte und Letzte im Bunde bin, macht mir gar nichts. Das ist ein Traumergebnis und super für unsere Mannschaft», befand die Doppel-Olympiasiegerin. Sie hatte ein «bisserl Frieden mit Sölden geschlossen» und die «Feindschaft mit dem Berg endgültig begraben». Gesamtweltcupsiegerin Lindsey Vonn (USA) kam als 18. deutlich schlechter aus den Startlöchern.

Zielsicher
Viktoria Rebensburg steuert scharf ein Tor an.

Schon nach dem ersten Durchgang hatten die deutschen Skirennfahrerinnen die Gewissheit, dass sie im Sommertraining gut gearbeitet hatten. Hölzl vor den zeitgleichen Olympiasiegerinnen Riesch und Rebensburg hatte die Reihenfolge gelautet. Als die 21- Jährige Kreutherin dann im finalen Lauf zur Bestzeit vorgefahren war und nur Riesch und Hölzl noch oben standen, konnte der DSV den ersten Erfolg in Sölden seit dem von Martina Ertl 2003 als fix verbuchen. «Aber man darf das erste Saisonrennen auch nicht überbewerten», mahnte Riesch.

Wintersaison
Die Österreicherin Kathrin Zettel lässt beim Weltcup-Auftakt den Schnee spritzen.

Beim Weltcup-Comeback nach 22 Monaten verpasste Carolin Fernsebner als 36. den zweiten Durchgang ebenso wie Susanne Riesch auf dem 39. Platz.