Archivierter Artikel vom 05.11.2011, 12:05 Uhr

Ovtcharov bärenstark – Finale China gegen Südkorea

Magdeburg (dpa). Ein bärenstarker Dimitrij Ovtcharov konnte Timo Boll nicht vollständig ersetzen. Ohne ihren verletzten Top-Star hatten Deutschlands Tischtennis-Herren beim World-Team-Cup in Magdeburg keine echte Siegchance gegen China.

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Aufschlag
Dimitrij Ovtcharov sicherte den Deutschen den Gegenpunkt gegen China.
Foto: Jens Wolf – DPA

Die fünfmaligen Europameister verloren das mit großer Spannung erwartete Duell gegen den Rekord-Weltmeister mit 1:3 und schieden bereits im Halbfinale der mit 281 000 Dollar (rund 203 000 Euro) dotierten Generalprobe für die WM 2012 in Dortmund aus.

In den beiden Endspielen sind die Asiaten damit unter sich. Chinas Herren treffen auf Südkorea, das im zweiten Halbfinale am Abend Japan mit 3:1 bezwang. Das Damen-Finale bestreiten zuvor China und Japan. Die deutsche Auswahl hatte sich am Vortag im Viertelfinale mit 0:3 gegen Hongkong aus dem Turnier verabschiedet.

Der von rund 3000 Fans umjubelte Gegenpunkt von Dimitrij Ovtcharov (Orenburg) war bei der Neuauflage des WM-Finales der Herren von 2010 ein Mutmacher. Der Weltranglisten-Zwölfte setzte mit seinem 3:1-Sieg gegen Wang Hao, Nummer zwei der Welt, ein Ausrufezeichen. «Es ist wichtig zu sehen, dass wir auch gegen Chinesen gewinnen können», sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf. China trat ohne Einzel-Champion Zhang Yike an, dennoch waren die Asiaten fast immer Herr in der Box. Sie gewannen die anderen drei Partien jeweils in drei Sätzen.

«Sie haben sieben, acht Granaten, zwischen denen sie jederzeit wechseln können. Ihnen ist es auch immer möglich, bei Bedarf mehrere Monate am Stück zu trainieren», erläuterte Bundestrainer Jörg Roßkopf die Dominanz der Chinesen. Nach dem 3:2-Zittersieg gegen Hongkong am Vortag hatte der zum «Trainer des Jahres» gewählte Roßkopf eine Steigerung von seinem Team gefordert. Das gelang vor allem Ovtcharov, der eine Weltklasse-Leistung zeigte.

«Ich habe sehr aggressive Bälle mit meiner Rückhand gespielt. Man muss gegen die Chinesen dran bleiben und immer an seine Chance glauben», erklärte der 23-Jährige zu seinem ersten Sieg gegen Wang Hao. Chancenlos waren Patrick Baum (Düsseldorf) und der deutsche Meister Bastian Steger (Saarbrücken) gegen den Weltranglisten-Achten Xu Xin. «Ich hatte große Probleme mit seinen Aufschlägen. Die Chinesen spielen sehr fest und aggressiv», urteilte der EM-Zweite Baum. «Es war gut, dass ich gegen ihn spielen konnte.»